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Sonntag, 17. November 2019

Künstlerkonflikt auf Messers Schneide

Kunsthistoriker Dr. Lehmann referierte
„Wie aus zwei Freunden Gegner wurden“, so könnte man den Vortrag von Herrn Dr. Benno K. Lehmann vom vergangenen Sonntag ebenfalls titulieren. Der Mannheimer Kunsthistoriker legte in seinen Ausführungen den Fokus auf den Konflikt zwischen Anton von Werner und Eugen Bracht.

Der 1843 in Frankfurt (Oder) geborene Maler Anton von Werner schloss sein Studium an der Karlsruher Kunstakademie ab. Seine Porträts erregten die Aufmerksamkeit des Kaisers, des Kronprinzen, Moltkes und auch Bismarcks. Werner selbst ließ sich alsbald in Berlin nieder und wurde einer der einflussreichsten Maler unter dem Kaiser, dessen Protektion er genoss. Berühmt wegen seiner offenen Angriffe auf die moderne Kunst und wegen der „ebenso ungeschminkten Kritik an den Studenten selbst“, hatten seine effektvoll-inszenierten Gemälde u.a. Staatsereignisse und Hoffeierlichkeiten zum Bildgegenstand.  

Zunächst ein enger Freund Anton von Werners, wurde Eugen Bracht von diesem gefördert. Als Werner 1892 eine Ausstellung mit Gemälden von Edvard Munch in Berlin schließen ließ, kam es zum Bruch. Wie Liebermann und Skarbina (beide mit Werken im Hofgartenschlösschen vertreten), so unterschrieb auch Bracht einen Aufruf, der die „Schließung der Ausstellung, als eine dem üblichen Anstand zuwiderlaufende Maßnahme“ deklarierte.
Zudem wurde das Verhältnis beider Maler durch Brachts künstlerisches Verständnis und dessen bedingter Hinwendung zum Impressionismus immer problematischer. Das Zerwürfnis gipfelte als Bracht eine Professur nicht erhielt.
Referent Dr. Benno K. Lehmann gab in seinem einstündigen Vortrag Einblick in einen politischen Kunstkrimi Berlins.


Montag, 4. November 2019

Vortragsreihe zur aktuellen Sonderausstellung


Kunsthistoriker Dr. Benno K. Lehmann (Mannheim) referierte am 13. Oktober über "Eugen Bracht und seinen Kampf mit dem Impressionismus deutscher Prägung". Der einstündige Vortrag bildete den Auftakt zu einer Vortragsreihe, die anlässlich der aktuell gezeigten Sonderausstellung Eugen Bracht (1842 - 1921). Maler der Atmosphäre - sein Werk und seine Schüler veranstaltet wird. 

Gemälde Brachts sind in der aktuellen Ausstellung zu sehen. 
Der eigentliche Impressionismus stammt aus Frankreich. Er beschreibt eine Stilrichtung, die von der flüchtigen Momentaufnahme einer bestimmten Szenerie gekennzeichnet ist. Die Bewegung des Impressionismus' entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Licht und die atmosphärischen Bedingungen wurden zur Hauptaufgabe und die Farbe unter dem Einfluss von Licht und Atmosphäre gesehen. So gingen die Künstler zum Teil in die Natur und schufen Werke direkt „sur le motif“. Vertreter dieser Kunstrichtung wie Claude Monet oder Pierre-August Renoir sind bis heute bekannt. 

Um 1900 waren in ganz Europa und in der Welt zahlreiche Künstler vom Impressionismus geprägt. Doch in jedem Laufe der Zeit gingen die Maler auch eigene Wege. So hatte der deutsche Impressionismus durchaus eigene Wurzeln und unterschied sich von dem französischen Impressionismus in vielerlei Hinsicht. 

Der Referent zeichnete am Beispiel der Werke von Eugen Bracht den Weg des deutschen Impressionismus' auf und stellte Brachts Suche nach diesem Stil dar. Der in Morges am Genfer See geborene und in Karlsruhe und Düsseldorf ausgebildete Bracht zählt zu einem der frühen Freilichtmaler in Deutschland.

Foto: Kurt Bauer/Friedrich Lehmkühler

Mittwoch, 28. August 2019

Malen ist Fortlassen: Eugen Bracht

Eugen Bracht, Norwegisches Hochmoor bei Regen, 1906

„Eugen Bracht (1842-1921) – Maler der Atmosphäre sein Werk und seine Schüler“ lautet der Titel der aktuellen Sonderausstellung, die vom 15. September bis zum 1. Dezember im Wertheimer Hofgartenschlösschen zu sehen ist. Ausgebildet an der Kunstschule Karlsruhe bei Johann Wilhelm Schirmer und bei dem norwegischen Landschaftsmaler Hans Fredrik Gude in Düsseldorf folgte Eugen Bracht 1882 dem Ruf als Dozent für Landschaftsmalerei an die Kunstakademie Berlin.

Obgleich Bracht mit dem Protagonisten der offiziellen Kunst, Anton von Werner, befreundet war, konnte er sich für die Kunstideale des Kaisers nicht begeistern. Bracht stand der Berliner Secession um Max Liebermann nahe, soll seine Schüler überredet haben, dort Mitglied zu werden. Als von Werner 1892 in Berlin eine Edvard-Munch-Ausstellung schließen ließ, kommt es zum Bruch.

Bracht entwickelt sich immer mehr zu einem Impressionisten, der vom Kaiser für seinen Stil kritisiert wird und wechselt 1901 nach Dresden. Er zählt zu einem der frühen Freilichtmaler in Deutschland.

Eugen Bracht hatte eine kaum überschaubare Anzahl an Schülern, u.a. Max Uth, Otto Modersohn, Oscar Frenzel, Ludwig Dettmann, Johannes Freiherr von Eckardstein und Fritz Geyer, der auch in Wertheim wirkte. All diese Künstler sind mit Werken in der aktuellen Ausstellung vertreten.

Neben Arbeiten aus eigenem Bestand wird die Präsentation ergänzt um Leihgaben aus privaten Sammlungen und aus der Galerie „DER PANTHER – fine art“ Freising (München).

Freitag, 14. Juni 2019

Beschwingte Jazzklänge im Grünen

Der Förderkreis Schlösschen im Hofgarten veranstaltet am Sonntag, den 16. Juni aus Anlass des Schlosserlebnistages Baden-Württemberg von 11.30-14.30 Uhr wieder den beliebten „Jazz im Park“. Der musikalisch-kulinarische Event mitten im idyllischen Landschaftspark des Eicheler Hofgartenschlösschens hat sich in den vergangenen Jahren als wahrer Geheimtipp erwiesen. Genießen Sie bei einem Glas Wein zum Brunch beschwingte Jazzklänge im Grünen.

Natur pur und Live-Musik erwartet Sie beim Jazzbrunch im Park, Foto: Kurt Bauer

Es musizieren: Claude Toussaint (Keyboard), Thomas Gallem (Saxophon) und Freunde. Der Eintritt (kein Vorverkauf) beträgt 15 €, Fingerfood und Häppchen sind inbegriffen. Der Förderkreis freut sich auf einen entspannten Sonntag in besonderer Atmosphäre. Bei Regen findet die Veranstaltung im Gartensaal des Schlösschens statt.

Sonntag, 19. Mai 2019

Starke Frau und scharfe Beobachterin: Jeanne Mammen

Jeanne Mammen (1890-1976), Harlekin, um 1932, Jeanne-Mammen-Stiftung, Stadtmuseum Berlin, Foto: Edda Behringer








Sie kann durchaus in einem Atemzug mit Dora Hitz, Ida Gerhardi und Paula Modersohn-Becker genannt werden: die Berliner Malerin und Graphikern Jeanne Mammen. Sie gilt heute als eine der sperrigsten und schillerndsten Persönlichkeiten der neueren Kunstgeschichte. Jeanne Mammens Werk war lange Zeit kaum bekannt. Bis zum 28. Juli sind Ihre Arbeiten nun im Wertheimer Hogfartenschlösschen zu sehen.

2017/18 widmete die Berlinische Galerie Jeanne Mammen bereits eine umfangreiche Retrospektive. Die in der Wertheimer Ausstellung gezeigten Gemälde, Zeichnungen, Graphiken und Plastiken stammen alle aus dem Nachlass der Künstlerin - der heutigen Stiftung Jeanne Mammen im Stadtmuseum Berlin. Sie werden zum Teil erstmals in dieser Form präsentiert.

Jeanne Mammen studierte in Paris, Brüssel und Rom. Nach ihrem Aufenthalt in der französischen Hauptstadt Paris lebte sie ab 1916 in Berlin. Von 1923 bis 1928 arbeitete sie für Modezeitschriften. 1930 hatte sie in der Berliner Galerie Gurlitt ihre erste Einzelausstellung und war auch für bekannte Satirezeitschriften tätig. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhielt sie Ausstellungsverbot. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ihre Kunst abstrakt. Ein Teil ihres Werkes ist vom Kubismus geprägt.

Jeanne Mammen galt als verschlossene Einzelgängerin und war dabei scharfe Beobachterin ihrer Zeit. Die Boulevards in Paris charakterisierte sie ebenso wie die selbstbewussten Berliner Frauen der „Goldenen Zwanziger“. Ab 1933 erlebte sie eine Zeit der Einsamkeit und  inneren Emigration und schließlich das Nachkriegsberlin.

Freitag, 5. April 2019

Expressive Realisten im Rhein-Main-Gebiet

Nicht nur in den Metropolen Berlin und München etablierte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine kreative Kunstszene; auch die Rhein-Main-Region spielte eine gewichtige Rolle für die Kunst des Expressionismus' und der Neuen Sachlichkeit! 

Der Förderkreis „Schlösschen im Hofgarten“ lädt am Sonntag, den 7. April um 11.15 Uhr ganz herzlich zur Vortragsmatinee ein. Frau Dr. Constanze Neuendorf wird im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung zum Thema „Maler des Expressiven Realismus im Rhein-Main-Gebiet“  referieren.

Der einstündige Vortrag beleuchtet die Kulturregion zwischen Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Aschaffenburg, die in der Zeit der Weimarer Republik mit solch wegweisenden Künstlern wie Max Beckmann aber auch mit heute kaum mehr bekannten Malern wie Alexander Posch, Carl Gunschmann und Otto Wachsmuth in Berührung kam.

Freitag, 29. März 2019

Nolde im Fokus

Emil Nolde, einer der Hauptvertreter des deutschen Expressionismus, war Mitglied der Berliner Secession und der Künstlergruppe „Die Brücke“ in Dresden. Der gebürtige Däne (eigentlich Emil Hansen) nannte sich später nach seinem Heimatort: Nolde.

Kunsthistorikerin Dr. Sigrun Paas (Heidelberg) wird im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung am Sonntag, den 31. März um 11.15 Uhr zum Thema „Künstler der inneren Emigration im Fall Emil Nolde (1867-1956)“ referieren.

Dr. Sigrun Paas spricht am Sonntag über Nolde
1941 wurde Nolde aus der Reichskunstkammer ausgeschlossen und er erhielt Malverbot. Als „entartete Kunst“ wurden seine Bilder verfemt und 1052 seiner Werke beschlagnahmt. Zurückgezogen lebte er mit seiner Frau Ada in seinem Haus in Seebüll in Nordfriesland. In dieser Zeit entstanden seine sogenannten "ungemalten Bilder“. Bis heute ist Noldes Haus mit dem eigens von ihm angelegten Garten ein vielbesuchtes Museum.

Der einstündige Matineevortrag wird veranstaltet vom Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Donnerstag, 14. März 2019

Enkel referiert...

Der Förderkreis „Schlösschen im Hofgarten“ lädt am Sonntag, den 17. März um 11.15 Uhr zur vierten Vortragsmatinee ein. Dr. Cornelius Steckner aus Köln wird im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung im Gartensaal des Hofgartenschlösschens zum Thema „Weimarer Bauhaus und Wertheim-Bestenheid  -  Charles Crodel, Ernst Neufert, Erich Schott, Wilhelm Wagenfeld“ sprechen. Auf Initiative von Dr. Hans Löber wurde 1956 die Bestenheider Kirche mit beeindruckenden Glasfernstern von Charles Crodel ausgestattet.

Werke von Charles Crodel sind derzeit
in der aktuellen Sonderausstellung
im Hofgartenschlösschen zu sehen.
Am Samstag, den 16. März, um 15:30 Uhr bietet der Referent - ein Enkel des in Marseille geborenen Künstlers Crodel - eine Führung durch die Martin-Luther-Kirche in Bestenheid an. Alle Interessierten sind hierzu herzlich eingeladen!

Dienstag, 5. März 2019

Messe mit Werkbetrachtung


Das Aquarell von Bruno Müller-Linow (1909-1997) „Jüdischer Friedhof in Wertheim“ stand im Mittelpunkt  des Gottesdienstes der Emmausgemeinde, der Anfang Februar traditionell im Hofgartenschlösschen stattfand. Mehr als neunzig Teilnehmer waren in den Gartensaal gekommen. Der Gottesdienst wurde von Pfarrerin Dr. Verena Mätzke und Dekan Hayo Büsing geleitet.

Bruno Müller-Linow, Jüdischer Friedhof in Wertheim, 1993
Vor der Predigt stellte Dr. Jörg Paczkowski den Maler und das Aquarell vor. Es wurde von Müller-Linow anlässlich seines Malaufenthaltes 1993 auf Einladung von Wolfgang Schuller geschaffen. Der Maler stand der Berliner Secession sehr nahe und war mit Künstlern des Expressionismus' engstens befreundet.  Das Wertheimer Bild wirkt im Ausschnitthaften realistisch, doch die Farbigkeit der Steine ist nicht real.

Dekan Hayo Büsing ging in seiner Predigt auf den Friedhof als Ort der Trauer, der Erinnerung aber auch der Hoffnung ein. Die besondere Atmosphäre jüdischer Friedhöfe ziehe jeden Besucher in seinen Bann. Diese Faszination bringe das Aquarell Müller-Linows zum Ausdruck. Wir Menschen seien eingebunden in den Kontext der Schöpfung Gottes. Bruno Müller-Linow habe als expressiver Realist in diesem Bild die unübersehbaren Zeichen der Hoffnung festgehalten, die gerade in der wieder erwachenden Natur des Vorfrühlings erlebt werden darf.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Jugendchor der Stiftskirche unter Leitung der Bezirkskantorin Katharina Wulzinger. Im Anschluss an den Gottesdienst nutzten viele Besucher die Gelegenheit, bei einem Glas Wein die aktuelle Ausstellung zu besichtigen.




Freitag, 1. Februar 2019

"Künstler des expressiven Realismus in Wertheim"

…so lautet der Titel eines einstündigen Matineevortrags, der am kommenden Sonntag, den 3. Februar ab 11.15 Uhr im Gartensaal des Schlösschens veranstaltet wird. Museumsdirektor und Kurator Dr. Jörg Paczkowski stellt insbesondere diejenigen Künstler der gegenwärtig gezeigten Ausstellung in den Fokus, die mit Wertheim eng in Verbindung standen.


Friedrich Ahlers-Hestermann,
Wertheim – Weißer Turm der Hofhaltung, 1922
Grafschaftsmuseum Wertheim,
Schenkung Wolfgang Schuller 1985

In den 1920er Jahren trafen sich zahlreiche Künstler in der Stadt zwischen Main und Tauber. Zu einem dieser Maler zählte auch der in Hamburg geborene Friedrich Ahlers-Hestermann sowie dessen Frau Alexandra Povòrina (1885-1963). Ahlers-Hestermann (1883-1973) hatte bei Henri Matisse in Paris gelernt. Mit seiner russischen Frau lebte er u.a. in Berlin, München und Hamburg. Im Jahre 1918 übernahm er in der norddeutschen Hansestadt eine Lehrtätigkeit und unternahm zahlreiche Reisen, u.a. nach Wertheim.

Zwei Ölgemälde und ein Skizzenbuch haben sich von Hestermanns Wertheimaufenthalt im Jahre 1922/23 erhalten. Hier pflegte er auch regen Austausch mit Otto Modersohn. 

Wie seine Frau, deren Bildwerke nach 1933 als „entartet“ gelten, so erhält auch Hestermann unter der Diktatur der Nationalsozialisten Malverbot. Er verliert seine Professur und widmet sich der Kunstschriftstellerei.

Referent Dr. Jörg Paczkowski wird besonders das bewegte Leben beider Künstler sowie deren kunstschriftstellerischen Werke hervorheben.

Donnerstag, 31. Januar 2019

Auftaktveranstaltung zur aktuellen Sonderausstellung regte zum Nachdenken an

„Entartete Kunst. Eine katastrophale Kunstpolitik der Nationalsozialisten (1933-1945)“ lautete der Titel des ersten Vortrags, der im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung veranstalteten Reihe.

Zahlreiche Hörer waren am Sonntag, den 20. Januar in den Saal des Hofgartenschlösschens gekommen. Referent Dr. Benno K. Lehmann aus Mannheim beleuchtete, wie es zu der Kunstentwicklung im Dritten Reich kam, was die Nationalsozialisten unter „entarteter Kunst“ verstanden und welches Schicksal die beschlagnahmten und in der legendären Münchner Ausstellung vorgeführten Werke nach 1937 ereilte.

In der anschließenden Diskussion wurde unterstrichen, wie wichtig die Ausstellung im Hofgartenschlösschen sei, auch um zu zeigen, welche Folgen diktatorische Kunstpolitik habe. 
Fast alle der im Schlösschen vertretenen Künstler wurden im Dritten Reich verfolgt.

Mittwoch, 14. November 2018

300 Besucher wollten St. Martin sehen

Meike Fertig erfreute als St. Martin hoch zu Ross Kindergar-
tenkinder, Eltern und Großeltern. -- Foto: Jörg Paczkowski
Es stimmte alles, und auch das Wetter passte. Über 300 Besucher kamen am vergangenen Freitag nach Einbruch der Dunkelheit in den Eichelhofgarten, und das erleuchtete Schlösschen bot eine wunderschöne Kulisse für Martinsumzug und 3. Wertheimer Martinsmarkt, der eine Gemeinschaftsveranstaltung des evangelischen Kindergartens Eichel-Hofgarten und des Förderkreises des Schlösschens war.

Zunächst zogen wohl 80 Kinder mit ihren Laternen durch den Park und sangen ihre Martinslieder. Schließlich erschien auf einem Schimmel Sankt Martin aus dem Dunkel des Parks, dargestellt von Meike Fertig. Jörg Paczkowski las dazu die Martinsgeschichte den aufmerksam lauschenden Kindern vor. Anschließend überreichte der Vorsitzende des Förderkreises, Heiko Albrecht, den Kindern die traditionellen Weckmänner.

Neben dem Schlösschen war der kleine Martinsmarkt aufgebaut. Glühwein, Kinderpunsch und Bratwürste fanden großen Zuspruch. Die Besucher konnten Karl-Heinz Ittig, den Glasbläser an der Lampe, bestaunen. Viele Kinder probierten selbst aus, eine Glaskugel zu blasen. In einem anderen Pavillon stellte Evi Petzold Papiermachéabdrücke von Modeln her. Auch hier konnten die Kinder selbst Hand anlegen.

Erst gegen 21 Uhr gingen die letzten Besucher heim, mit dem Versprechen, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

Zum Mitmachen lud das Anfertigen von Abdrücken aus
Papiermaché am Stand von Evi Petzold ein. -- Foto: Heiko Albrecht

Karl-Heinz Ittig an der Lampe, wie der Gasbrenner der Glasbläser
genannt wird, zeigte seine Kunst. Viele Kinder konnten auch eine
selbstgeblasene Kugel mit nach Hause nehmen. -- Foto: Heiko Albrecht

Dienstag, 6. November 2018

3. Wertheimer Martinsmarkt

Auch in diesem Jahr kommt Glasbläser Hans-Joachim Ittig wieder zum Wertheimer
Martinsmarkt in den Park des Schlösschens. -- Foto: Friedrich Lehmkühler
Zum 3. Wertheimer Martinsmarkt erwartet der Förderkreis Schlösschen im Hofgarten am Freitag, 9. November, ab 17 Uhr die Kindergartenkinder aus Eichel/Hofgarten mit Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden im Park des Schlösschens im Hofgarten. Mit ihren Lampions ziehen die Kinder auf die Ostseite des Schlösschens, wo sie die für diesen Tag gelernten Lieder singen.

Hoch zu Pferde tritt auch Sankt Martin auf und teilt seinen Mantel mit dem Bettler. Außerdem zeigt Glasbläser Ittig seine Kunst. Ferner gibt es traditionell wieder Produkte der Papiermühle Homburg zu bestaunen und zu kaufen. Würstchen vom Grill sowie Glühwein und Kinderpunsch sorgen dafür, dass niemand hungern und frieren muss.

Verfemt und vergessen – zu Unrecht

Otto Wachsmuth, Kranichstein (bei Darmstadt), Privatbesitz 
»Verfemt und vergessen ― Maler des Expressiven Realismus« heißt die neue Sonderausstellung im Museum Schlösschen im Hofgarten. Sie wird am Samstag, 10. November, eröffnet und ist bis 22. April zu sehen. Gezeigt werden Werke, die sich sonst in Privatsammlungen befinden, von der Hand von 30 etwa Künstlern. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Kunsthistoriker Dr. Benno K. Lehmann.

Die Künstler des Expressiven Realismus wurden in der Zeit um 1900 geboren, erhielten ihre Ausbildung kurz vor oder nach dem Ersten Weltkrieg und waren dann in den 20er Jahren bis 1933 tätig. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden ihre Werke meist zur »Entarteten Kunst« erklärt, was zugleich mit einem Arbeits- und Ausstellungsverbot verbunden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg war ihre künstlerische Darstellungsweise nicht mehr zeitgemäß. Man brachte ihren Realismus zu Unrecht mit der »Neudeutschen Kunst« der Nationalsozialisten in Verbindung, was zum Verschweigen und Vergessen ihrer Werke führte. Unter diesen Bedingungen fiel der Expressive Realismus aus der gängigen und zukünftigen Entwicklung der künstlerischen Ausdrucksweise heraus.

Neben bekannteren Künstlern wie Otto Dix, Conrad Felixmüller, Alfred Kubin, Hans Meid, Ludwig Meidner, A. Paul Weber und Käthe Kollwitz sind auch viele Neu- und Wiederentdeckungen in der Ausstellung vertreten, so zum Beispiel Franz Frank, Willem Grimm, Carl Gunschmann, Franz Heckendorf, Willi Hofferbert, Paul Kleinschmidt, Wilhelm Kohlhoff, Bruno Krauskopf, Paul Kuhfuss, Johann Hans Less, Robert Liebknecht, Karl Friedrich Lippmann, Hans Meyboden, Max Oppenheimer, Max Pfeiffer Watenphul, Alexander Posch, Emil Pottner, Alexandra Povòrina-Hestermann, Wilhelm Schnarrenberger, Otto Wachsmuth und Alfred Wais. Einen besonderen Bezug zu Wertheim haben Künstler wie Bruno Müller-Linow, Charles Crodel, Friedrich Ahlers-Hestermann und seine Frau Alexandra Povòrina: Sie weilten längere Zeit zu Maleraufenthalten in Wertheim und Umgebung.

Begleitend zur Ausstellung wird es mehrere Vorträge geben. Jeder Besucher erhält kostenlos ein Begleitheft mit Biografien der ausgestellten Künstler und Informationen über die weitgehend unbekannten und zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Maler.

Bruno Müller-Linow, Interieur Rom, 1942, Privatbesitz

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Am Ursprung der Malerei der Moderne


Der Förderkreis Schlösschen im Hofgarten  veranstaltete zusammen mit dem Seminar »Kunstgeschichte« der Volkshochschule Wertheim eine Exkursion in die südliche Île-de- France. Knapp vierzig Reiseteilnehmer besichtigten unter der Leitung von Jörg Paczkowski die Schlösser und Parks in Vaux-le-Vicomte, Fontainebleau, Courtance und Champs-sur-Marne, sowie die Kathedrale in Chartres und den Malerort Barbizon. Die Ile-de-France gilt als Wiege Frankreichs, denn das alte Herzogtum Francia mit Paris als Mittelpunkt war die Keimzelle des Königreichs Frankreich. Der Name entstand zum Unterschied zur Île-de-la-Cité, womit die Seine-Insel mit der Kathedrale Notre Dame de Paris gemeint ist.

Barbizon bei Fontainebleau hat zentrale Bedeutung für die Entwicklung der Malerei: Ab 1830 entwickelten Maler, die nach hier gekommen waren, im Wald des Ortes die Freiluftmalerei. Die berühmtesten Künstler ― darunter Millet, Courbet, Corot, Dabigny, Rosseau, die auch in den Winterausstellung 2017/18 im Museum Schlösschen im Hofgarten vertreten waren ― malten hier und hatten im Ort fast jeder ein eigenes Atelier.

Im Museum der »Schule von Barbizon«, durch das Jörg Paczkowski führte, wurde die gegenwärtig laufende Ausstellung, die sich besonders der Tierdarstellung widmete, besichtigt. Der Besuch  der Ortschaft Barbizon und des Museums stand ganz im Zeichen der Beziehung zu dem Museum im Eichler Hofgarten, da hier in der Gegend um Paris jene Entwicklung begann, die zum Impressionismus und zur klassischen Moderne in der Kunst führte, jener Malerei, von der im Hofgartenschlösschen hervorragende Beispiele gezeigt werden.

Montag, 18. Juni 2018

Sommererlebnis »Jazz im Park«

Sommerlaune im Park: Entspannt genießen die Gäste
einen Mittag mit Jazz-Musik. -- Fotos: Friedrich Lehmkühler
Über 100 Zuhörer lauschten bei Kaiserwetter am Sonntag auf dem Pleasureground vor dem Gartensaal des Schlösschens den Jazzmusikern Claude Toussaint (Keyboard) und Thomas Gallem (Saxofon). Die Veranstaltung war der Beitrag des — hinterher hochzufriedenen — Förderkreises Schlösschen im Hofgarten zum Schlosserlebnistag Baden-Württemberg.

Die beiden Münchner Musiker, die aus Wertheim stammen, boten fast drei Stunden feinen Jazzgenuss. Der Förderkreis hatte kleine Snacks und Getränke vorbereitet. Wegen des später stattfindenden ersten Spiels der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland fand die Veranstaltung in diesem Jahr früher statt, so dass alle Gäste noch rechtzeitig zur Fußballübertragung nach Hause kommen konnten.


Claude Toussaint (links) und Thomas Gallem sorgten
mit ihrer eindrucksvollen Musik für gute Stimmung.

Der Pleasureground vor dem Gartensaal erlebt nach
200 Jahren wieder seine ursprüngliche Bestimmung.

Dienstag, 24. April 2018

Die Briefe eines großen Künstlerpaares


 Zu einer spannenden Buchvorstellung lädt die Stiftung Schlösschen im Hofgarten für Samstag, 28. April, um 16 Uhr in den Gartensaal des Schlösschens ein. Es geht um das im letzten Herbst im Suhrkamp-Insel-Verlag erschienene Buch "Paula Modersohn-Becker/Otto Modersohn. Der Briefwechsel". Eine Einführung gibt die Mitherausgeberin und Enkelin des Malers Otto Modersohn, Antje Modersohn vom Otto-Modersohn-Museum Fischerhude. Es lesen die Schauspieler Verena Güntner und Robert Levin. Der Eintritt kostet 12 Euro.

Als Paula Becker 1899 den wesentlich älteren Otto Modersohn kennenlernt, ist sie eine junge Künstlerin, die um jeden Preis malen will, er ist einer der Gründer der Künstlerkolonie in Worpswede und verheiratet. Trotzdem werden die beiden ein Jahr später ein Paar. Schon die ersten Briefe zeugen von ihrer großen Zuneigung, aber auch von ihrer tiefen Verbundenheit im künstlerischen Schaffen.

Das Buch bietet das ersten Mal den gesamten, bisher zum Teil noch unpublizierten Briefwechsel, auch aus der Zeit, als Otto Modersohn Mitglied der Berliner Secession war.


Dienstag, 20. März 2018

Finissage im Gartensaal

Der Förderkreis Schlösschen im Hofgarten veranstaltet am Sonntag, 25. März,  im Gartensaal des Schlösschens unter dem Motto »Künstler kommen zu Wort« eine Finissage zur Ausstellung »Die Suche nach dem wahren Licht …«. Die Matinee beginnt um 11.15 Uhr und wird bis etwa 12.45 Uhr dauern.

Benno Lehmann aus Mannheim, Constanze Neuendorf aus Wertheim, Sigrun Paas aus Heidelberg und Jörg Paczkowski aus Wertheim werden in verteilten Rollen hintergründige, amüsante und künstlerische Texte von Malern und Schriftstellern des 19. Jahrhunderts rezitieren. Entstehen soll dabei ein Eindruck davon, wie die Maler und anderen Künstler gedacht, gefühlt und die Landschaft erlebt haben. Es überrascht immer wieder, wie sie ihr eigenes Schaffen und Leben auch schriftlich verarbeitet haben.

Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt. Die Zuhörer werden anschließend zu einem Glas Wein eingeladen. Die Ausstellung ist noch über die Ostertage zu besichtigen und wird dann geschlossen.

Dienstag, 6. März 2018

»Italien! Endlich im Licht!«

Bernhard Fries (1820―1879), Küste von Capri bei Nacht
mit Blick auf die Faraglioni, um 1853, Privatbesitz.

»Italien! Endlich im Licht!«: Immer wieder zog es Deutsche — Maler, Schriftsteller, Reisende — nach Italien. In einer Matinee-Veranstaltung am Sonntag, 11. März, um 11.30 Uhr im Gartensaal des Schlösschens wird Museumsleiter Dr. Jörg Paczkowski über »Italien als Sehnsuchtsort der deutschen Maler des 19. Jahrhunderts« sprechen.

In der Ausstellung »Die Suche nach dem wahren Licht  — Vom Realismus über die Freilichtmalerei von Barbizon zum Impressionismus«, die gegenwärtig im Schlösschen gezeigt wird und zu deren Rahmenprogramm der Vortrag gehört, sind zahlreiche Gemälde aus Italien zu sehen.

In dem Vortrag werden deutsche Künstler vorgestellt, deren Schaffen durch den Italien-Aufenthalt sehr geprägt worden ist. Aber es werden auch Werke italienischer Maler des 19. Jahrhunderts gezeigt, die in Deutschland zu Unrecht weitgehend unbekannt sind, aber deutlich machen, wie man sich gegenseitig beeinflusst hat.

Was fasziniert an diesem Land? Für Kulturreisende waren und sind es die Sehenswürdigkeiten, von der Antike bis zur Gegenwart; für die Schriftsteller sind es  Atmosphäre und Lebensgefühl in diesem Land, und für die Maler seit der Renaissance ist es die Landschaft mit ihrem besonderen Licht.

Freitag, 23. Februar 2018

Das Jahr 2018 im Schlösschen

2017 startete »Jazz im Park« mit den Stuttgarter Salonikern in einer
grandiosen Veranstaltung. Auch 2018 heißt es am Sonntag,17. Juni,
wieder: »Jazz im Park« -- Foto: Friedrich Lehmkühler

 Der Frühling steht vor der Tür, ein guter Zeitpunkt, das weitere Jahresprogramm anzukündigen, das Stiftung und Förderkreis Schlösschen im Hofgarten vorbereitet haben. Programmergänzungen und -änderungen bleiben vorbehalten und werden jeweils hier mitgeteilt.

Sonntag 25. Februar, 11.30 Uhr:  Vortrag von Dr. Sigrun Paas, Heidelberg: »Das Licht in der Malerei von Max Slevogt«. Veranstalter: Stiftung Schlösschen im Hofgarten.

Sonntag, 25. März, 15.30 Uhr: Finissage zur Ausstellung »Die Suche nach dem wahren Licht — Vom frühen Realismus über die Freilichtmalerei in Barbizon zum Impressionismus«. Die Ausstellung umfasst ca. 70 Gemälde verschiedener Bildgattungen aus Privatbesitz mit Ansichten aus Deutschland, Italien und Frankreich. Veranstalter: Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Sonntag 6. Mai, 17 Uhr:  Meisterkonzert »Die klangvolle Welt der Harfe — Ekaterina Afanasieva«. Veranstalter: Kulturkreis Wertheim.   
           
Sonntag 13. Mai, Internationaler Museumstag, 11.30 Uhr: Ausstellungseröffnung »Leben ist Glühn — Der Expressionist Fritz Ascher (1893–1970)«. Die Ausstellung läuft bis zum 9. September. Fritz Ascher wurde von Max Liebermann gefördert und ausgebildet u.a. von Lovis Corinth und Kurt Agthe. Er gehört zu jenen zwischen 1890 und 1914 geborenen Künstlern der Moderne, die in Vergessenheit geraten sind, weil ihre Entwicklung durch Verfemung und Verfolgung unterbrochen oder gar abgebrochen wurde.

Sonntag 17. Juni, Schlosserlebnistag Baden-Württemberg, ab 15.30 Uhr: »Jazz im Park« mit Programm. Veranstalter: Stiftung und Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Freitag 6. Juli (und Wochenende): Gemeinschaftsveranstaltung mit der Burg Gamburg.

Samstag 7. und Sonntag 8. Juli: Gartenmesse »Gartenromantik im Fürstlichen Hofgarten Wertheim«. Veranstalter: a.ha! events Anja Hartmann, Schlüchtern.

Sonntag  2. September (Tag der jüdischen Kultur): Vortrag über verfolgte Künstler im Dritten Reich. Veranstalter: Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Sonntag 9. September, Tag des offenen Denkmals: Unter dem diesjährigen Motto »Entdecken, was uns verbindet« werden Veranstaltungen angeboten, die sich auf das besondere Verhältnis zwischen der Kernstadt Wertheim und dem Hofgarten beziehen. Veranstalter: Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Samstag 10. November, 11.00 Uhr: Ausstellungseröffnung »Die Kunst der verschollenen Generation. Deutsche Malerei des expressiven Realismus«. Als »Verschollene Generation« werden deutsche Künstler der Jahrgänge zwischen 1890 und 1914 bezeichnet, die bereits in der Weimarer Republik gearbeitet haben oder  in dieser Zeit ausgebildet worden sind, u.a. Willem Grimm, Manfred Henninger oder die auch in Wertheim tätigen Künstler wie Alexandra Povòrina, Friedrich Ahlers-Hestermann oder Charles Crodel.  Durch die Kunstpolitik des Nationalsozialismus wurden sie allerdings in ihrer weiteren Entfaltung durch Ausstellungsverbot, wegen ihrer politischen Ansichten oder wegen ihrer jüdischen Herkunft gehindert. Ihre Werke galten als entartete Kunst. Veranstalter: Stiftung und Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Sonntag 11. November: 3. Wertheimer Martinsmarkt. Veranstalter: Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Samstag 1. Dezember, 20 Uhr: Benefizkonzert zugunsten des Museums  Schlösschen im Hofgarten (Jürgen-Ponto-Stiftung und Prassek-Stiftung). Veranstalter: Stiftung Schlösschen im Hofgarten.