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Sonntag, 17. November 2019

Künstlerkonflikt auf Messers Schneide

Kunsthistoriker Dr. Lehmann referierte
„Wie aus zwei Freunden Gegner wurden“, so könnte man den Vortrag von Herrn Dr. Benno K. Lehmann vom vergangenen Sonntag ebenfalls titulieren. Der Mannheimer Kunsthistoriker legte in seinen Ausführungen den Fokus auf den Konflikt zwischen Anton von Werner und Eugen Bracht.

Der 1843 in Frankfurt (Oder) geborene Maler Anton von Werner schloss sein Studium an der Karlsruher Kunstakademie ab. Seine Porträts erregten die Aufmerksamkeit des Kaisers, des Kronprinzen, Moltkes und auch Bismarcks. Werner selbst ließ sich alsbald in Berlin nieder und wurde einer der einflussreichsten Maler unter dem Kaiser, dessen Protektion er genoss. Berühmt wegen seiner offenen Angriffe auf die moderne Kunst und wegen der „ebenso ungeschminkten Kritik an den Studenten selbst“, hatten seine effektvoll-inszenierten Gemälde u.a. Staatsereignisse und Hoffeierlichkeiten zum Bildgegenstand.  

Zunächst ein enger Freund Anton von Werners, wurde Eugen Bracht von diesem gefördert. Als Werner 1892 eine Ausstellung mit Gemälden von Edvard Munch in Berlin schließen ließ, kam es zum Bruch. Wie Liebermann und Skarbina (beide mit Werken im Hofgartenschlösschen vertreten), so unterschrieb auch Bracht einen Aufruf, der die „Schließung der Ausstellung, als eine dem üblichen Anstand zuwiderlaufende Maßnahme“ deklarierte.
Zudem wurde das Verhältnis beider Maler durch Brachts künstlerisches Verständnis und dessen bedingter Hinwendung zum Impressionismus immer problematischer. Das Zerwürfnis gipfelte als Bracht eine Professur nicht erhielt.
Referent Dr. Benno K. Lehmann gab in seinem einstündigen Vortrag Einblick in einen politischen Kunstkrimi Berlins.


Montag, 4. November 2019

Vortragsreihe zur aktuellen Sonderausstellung


Kunsthistoriker Dr. Benno K. Lehmann (Mannheim) referierte am 13. Oktober über "Eugen Bracht und seinen Kampf mit dem Impressionismus deutscher Prägung". Der einstündige Vortrag bildete den Auftakt zu einer Vortragsreihe, die anlässlich der aktuell gezeigten Sonderausstellung Eugen Bracht (1842 - 1921). Maler der Atmosphäre - sein Werk und seine Schüler veranstaltet wird. 

Gemälde Brachts sind in der aktuellen Ausstellung zu sehen. 
Der eigentliche Impressionismus stammt aus Frankreich. Er beschreibt eine Stilrichtung, die von der flüchtigen Momentaufnahme einer bestimmten Szenerie gekennzeichnet ist. Die Bewegung des Impressionismus' entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Licht und die atmosphärischen Bedingungen wurden zur Hauptaufgabe und die Farbe unter dem Einfluss von Licht und Atmosphäre gesehen. So gingen die Künstler zum Teil in die Natur und schufen Werke direkt „sur le motif“. Vertreter dieser Kunstrichtung wie Claude Monet oder Pierre-August Renoir sind bis heute bekannt. 

Um 1900 waren in ganz Europa und in der Welt zahlreiche Künstler vom Impressionismus geprägt. Doch in jedem Laufe der Zeit gingen die Maler auch eigene Wege. So hatte der deutsche Impressionismus durchaus eigene Wurzeln und unterschied sich von dem französischen Impressionismus in vielerlei Hinsicht. 

Der Referent zeichnete am Beispiel der Werke von Eugen Bracht den Weg des deutschen Impressionismus' auf und stellte Brachts Suche nach diesem Stil dar. Der in Morges am Genfer See geborene und in Karlsruhe und Düsseldorf ausgebildete Bracht zählt zu einem der frühen Freilichtmaler in Deutschland.

Foto: Kurt Bauer/Friedrich Lehmkühler

Mittwoch, 28. August 2019

Malen ist Fortlassen: Eugen Bracht

Eugen Bracht, Norwegisches Hochmoor bei Regen, 1906

„Eugen Bracht (1842-1921) – Maler der Atmosphäre sein Werk und seine Schüler“ lautet der Titel der aktuellen Sonderausstellung, die vom 15. September bis zum 1. Dezember im Wertheimer Hofgartenschlösschen zu sehen ist. Ausgebildet an der Kunstschule Karlsruhe bei Johann Wilhelm Schirmer und bei dem norwegischen Landschaftsmaler Hans Fredrik Gude in Düsseldorf folgte Eugen Bracht 1882 dem Ruf als Dozent für Landschaftsmalerei an die Kunstakademie Berlin.

Obgleich Bracht mit dem Protagonisten der offiziellen Kunst, Anton von Werner, befreundet war, konnte er sich für die Kunstideale des Kaisers nicht begeistern. Bracht stand der Berliner Secession um Max Liebermann nahe, soll seine Schüler überredet haben, dort Mitglied zu werden. Als von Werner 1892 in Berlin eine Edvard-Munch-Ausstellung schließen ließ, kommt es zum Bruch.

Bracht entwickelt sich immer mehr zu einem Impressionisten, der vom Kaiser für seinen Stil kritisiert wird und wechselt 1901 nach Dresden. Er zählt zu einem der frühen Freilichtmaler in Deutschland.

Eugen Bracht hatte eine kaum überschaubare Anzahl an Schülern, u.a. Max Uth, Otto Modersohn, Oscar Frenzel, Ludwig Dettmann, Johannes Freiherr von Eckardstein und Fritz Geyer, der auch in Wertheim wirkte. All diese Künstler sind mit Werken in der aktuellen Ausstellung vertreten.

Neben Arbeiten aus eigenem Bestand wird die Präsentation ergänzt um Leihgaben aus privaten Sammlungen und aus der Galerie „DER PANTHER – fine art“ Freising (München).

Dienstag, 30. Juli 2019

Jeanne Mammen geht in die Verlängerung!


Die schöne Frau von Jeanne Mammen aus dem Stadtmuseum Berlin ist noch bis zum 18. August in Wertheim zu sehen!
Wer noch keine Gelegenheit hatte, die aktuelle Ausstellung „Jeanne Mammen – eine Berliner Künstlerin par excellence“ im Wertheimer Hofgartenschlösschen zu sehen, hat nun in den kommenden drei Wochen die Möglichkeit dazu.

Dr. Jörg Paczkowski, Direktor und wissenschaftlicher Leiter des Kunstmuseums, berichtete: „Gerade kam aus Berlin die positive Nachricht, dass die gesamte Ausstellung bis zum 18. August verlängert werden kann!“

Neben Gemälden und Zeichnungen zeigt die Schau Graphiken und Plastiken der "verwegenen" Berliner Künstlerin (1890 – 1976), die zum Teil erstmals in dieser Form öffentlich zu sehen sind. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitkatalog, der im Eintritt inbegriffen ist. 


Foto: Edda Behringer

Freitag, 14. Juni 2019

Beschwingte Jazzklänge im Grünen

Der Förderkreis Schlösschen im Hofgarten veranstaltet am Sonntag, den 16. Juni aus Anlass des Schlosserlebnistages Baden-Württemberg von 11.30-14.30 Uhr wieder den beliebten „Jazz im Park“. Der musikalisch-kulinarische Event mitten im idyllischen Landschaftspark des Eicheler Hofgartenschlösschens hat sich in den vergangenen Jahren als wahrer Geheimtipp erwiesen. Genießen Sie bei einem Glas Wein zum Brunch beschwingte Jazzklänge im Grünen.

Natur pur und Live-Musik erwartet Sie beim Jazzbrunch im Park, Foto: Kurt Bauer

Es musizieren: Claude Toussaint (Keyboard), Thomas Gallem (Saxophon) und Freunde. Der Eintritt (kein Vorverkauf) beträgt 15 €, Fingerfood und Häppchen sind inbegriffen. Der Förderkreis freut sich auf einen entspannten Sonntag in besonderer Atmosphäre. Bei Regen findet die Veranstaltung im Gartensaal des Schlösschens statt.

Sonntag, 19. Mai 2019

Starke Frau und scharfe Beobachterin: Jeanne Mammen

Jeanne Mammen (1890-1976), Harlekin, um 1932, Jeanne-Mammen-Stiftung, Stadtmuseum Berlin, Foto: Edda Behringer








Sie kann durchaus in einem Atemzug mit Dora Hitz, Ida Gerhardi und Paula Modersohn-Becker genannt werden: die Berliner Malerin und Graphikern Jeanne Mammen. Sie gilt heute als eine der sperrigsten und schillerndsten Persönlichkeiten der neueren Kunstgeschichte. Jeanne Mammens Werk war lange Zeit kaum bekannt. Bis zum 28. Juli sind Ihre Arbeiten nun im Wertheimer Hogfartenschlösschen zu sehen.

2017/18 widmete die Berlinische Galerie Jeanne Mammen bereits eine umfangreiche Retrospektive. Die in der Wertheimer Ausstellung gezeigten Gemälde, Zeichnungen, Graphiken und Plastiken stammen alle aus dem Nachlass der Künstlerin - der heutigen Stiftung Jeanne Mammen im Stadtmuseum Berlin. Sie werden zum Teil erstmals in dieser Form präsentiert.

Jeanne Mammen studierte in Paris, Brüssel und Rom. Nach ihrem Aufenthalt in der französischen Hauptstadt Paris lebte sie ab 1916 in Berlin. Von 1923 bis 1928 arbeitete sie für Modezeitschriften. 1930 hatte sie in der Berliner Galerie Gurlitt ihre erste Einzelausstellung und war auch für bekannte Satirezeitschriften tätig. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhielt sie Ausstellungsverbot. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ihre Kunst abstrakt. Ein Teil ihres Werkes ist vom Kubismus geprägt.

Jeanne Mammen galt als verschlossene Einzelgängerin und war dabei scharfe Beobachterin ihrer Zeit. Die Boulevards in Paris charakterisierte sie ebenso wie die selbstbewussten Berliner Frauen der „Goldenen Zwanziger“. Ab 1933 erlebte sie eine Zeit der Einsamkeit und  inneren Emigration und schließlich das Nachkriegsberlin.

Freitag, 5. April 2019

Expressive Realisten im Rhein-Main-Gebiet

Nicht nur in den Metropolen Berlin und München etablierte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine kreative Kunstszene; auch die Rhein-Main-Region spielte eine gewichtige Rolle für die Kunst des Expressionismus' und der Neuen Sachlichkeit! 

Der Förderkreis „Schlösschen im Hofgarten“ lädt am Sonntag, den 7. April um 11.15 Uhr ganz herzlich zur Vortragsmatinee ein. Frau Dr. Constanze Neuendorf wird im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung zum Thema „Maler des Expressiven Realismus im Rhein-Main-Gebiet“  referieren.

Der einstündige Vortrag beleuchtet die Kulturregion zwischen Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Aschaffenburg, die in der Zeit der Weimarer Republik mit solch wegweisenden Künstlern wie Max Beckmann aber auch mit heute kaum mehr bekannten Malern wie Alexander Posch, Carl Gunschmann und Otto Wachsmuth in Berührung kam.

Freitag, 29. März 2019

Nolde im Fokus

Emil Nolde, einer der Hauptvertreter des deutschen Expressionismus, war Mitglied der Berliner Secession und der Künstlergruppe „Die Brücke“ in Dresden. Der gebürtige Däne (eigentlich Emil Hansen) nannte sich später nach seinem Heimatort: Nolde.

Kunsthistorikerin Dr. Sigrun Paas (Heidelberg) wird im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung am Sonntag, den 31. März um 11.15 Uhr zum Thema „Künstler der inneren Emigration im Fall Emil Nolde (1867-1956)“ referieren.

Dr. Sigrun Paas spricht am Sonntag über Nolde
1941 wurde Nolde aus der Reichskunstkammer ausgeschlossen und er erhielt Malverbot. Als „entartete Kunst“ wurden seine Bilder verfemt und 1052 seiner Werke beschlagnahmt. Zurückgezogen lebte er mit seiner Frau Ada in seinem Haus in Seebüll in Nordfriesland. In dieser Zeit entstanden seine sogenannten "ungemalten Bilder“. Bis heute ist Noldes Haus mit dem eigens von ihm angelegten Garten ein vielbesuchtes Museum.

Der einstündige Matineevortrag wird veranstaltet vom Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Donnerstag, 14. März 2019

Enkel referiert...

Der Förderkreis „Schlösschen im Hofgarten“ lädt am Sonntag, den 17. März um 11.15 Uhr zur vierten Vortragsmatinee ein. Dr. Cornelius Steckner aus Köln wird im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung im Gartensaal des Hofgartenschlösschens zum Thema „Weimarer Bauhaus und Wertheim-Bestenheid  -  Charles Crodel, Ernst Neufert, Erich Schott, Wilhelm Wagenfeld“ sprechen. Auf Initiative von Dr. Hans Löber wurde 1956 die Bestenheider Kirche mit beeindruckenden Glasfernstern von Charles Crodel ausgestattet.

Werke von Charles Crodel sind derzeit
in der aktuellen Sonderausstellung
im Hofgartenschlösschen zu sehen.
Am Samstag, den 16. März, um 15:30 Uhr bietet der Referent - ein Enkel des in Marseille geborenen Künstlers Crodel - eine Führung durch die Martin-Luther-Kirche in Bestenheid an. Alle Interessierten sind hierzu herzlich eingeladen!

Dienstag, 5. März 2019

Messe mit Werkbetrachtung


Das Aquarell von Bruno Müller-Linow (1909-1997) „Jüdischer Friedhof in Wertheim“ stand im Mittelpunkt  des Gottesdienstes der Emmausgemeinde, der Anfang Februar traditionell im Hofgartenschlösschen stattfand. Mehr als neunzig Teilnehmer waren in den Gartensaal gekommen. Der Gottesdienst wurde von Pfarrerin Dr. Verena Mätzke und Dekan Hayo Büsing geleitet.

Bruno Müller-Linow, Jüdischer Friedhof in Wertheim, 1993
Vor der Predigt stellte Dr. Jörg Paczkowski den Maler und das Aquarell vor. Es wurde von Müller-Linow anlässlich seines Malaufenthaltes 1993 auf Einladung von Wolfgang Schuller geschaffen. Der Maler stand der Berliner Secession sehr nahe und war mit Künstlern des Expressionismus' engstens befreundet.  Das Wertheimer Bild wirkt im Ausschnitthaften realistisch, doch die Farbigkeit der Steine ist nicht real.

Dekan Hayo Büsing ging in seiner Predigt auf den Friedhof als Ort der Trauer, der Erinnerung aber auch der Hoffnung ein. Die besondere Atmosphäre jüdischer Friedhöfe ziehe jeden Besucher in seinen Bann. Diese Faszination bringe das Aquarell Müller-Linows zum Ausdruck. Wir Menschen seien eingebunden in den Kontext der Schöpfung Gottes. Bruno Müller-Linow habe als expressiver Realist in diesem Bild die unübersehbaren Zeichen der Hoffnung festgehalten, die gerade in der wieder erwachenden Natur des Vorfrühlings erlebt werden darf.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Jugendchor der Stiftskirche unter Leitung der Bezirkskantorin Katharina Wulzinger. Im Anschluss an den Gottesdienst nutzten viele Besucher die Gelegenheit, bei einem Glas Wein die aktuelle Ausstellung zu besichtigen.




Donnerstag, 31. Januar 2019

Auftaktveranstaltung zur aktuellen Sonderausstellung regte zum Nachdenken an

„Entartete Kunst. Eine katastrophale Kunstpolitik der Nationalsozialisten (1933-1945)“ lautete der Titel des ersten Vortrags, der im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung veranstalteten Reihe.

Zahlreiche Hörer waren am Sonntag, den 20. Januar in den Saal des Hofgartenschlösschens gekommen. Referent Dr. Benno K. Lehmann aus Mannheim beleuchtete, wie es zu der Kunstentwicklung im Dritten Reich kam, was die Nationalsozialisten unter „entarteter Kunst“ verstanden und welches Schicksal die beschlagnahmten und in der legendären Münchner Ausstellung vorgeführten Werke nach 1937 ereilte.

In der anschließenden Diskussion wurde unterstrichen, wie wichtig die Ausstellung im Hofgartenschlösschen sei, auch um zu zeigen, welche Folgen diktatorische Kunstpolitik habe. 
Fast alle der im Schlösschen vertretenen Künstler wurden im Dritten Reich verfolgt.

Mittwoch, 14. November 2018

300 Besucher wollten St. Martin sehen

Meike Fertig erfreute als St. Martin hoch zu Ross Kindergar-
tenkinder, Eltern und Großeltern. -- Foto: Jörg Paczkowski
Es stimmte alles, und auch das Wetter passte. Über 300 Besucher kamen am vergangenen Freitag nach Einbruch der Dunkelheit in den Eichelhofgarten, und das erleuchtete Schlösschen bot eine wunderschöne Kulisse für Martinsumzug und 3. Wertheimer Martinsmarkt, der eine Gemeinschaftsveranstaltung des evangelischen Kindergartens Eichel-Hofgarten und des Förderkreises des Schlösschens war.

Zunächst zogen wohl 80 Kinder mit ihren Laternen durch den Park und sangen ihre Martinslieder. Schließlich erschien auf einem Schimmel Sankt Martin aus dem Dunkel des Parks, dargestellt von Meike Fertig. Jörg Paczkowski las dazu die Martinsgeschichte den aufmerksam lauschenden Kindern vor. Anschließend überreichte der Vorsitzende des Förderkreises, Heiko Albrecht, den Kindern die traditionellen Weckmänner.

Neben dem Schlösschen war der kleine Martinsmarkt aufgebaut. Glühwein, Kinderpunsch und Bratwürste fanden großen Zuspruch. Die Besucher konnten Karl-Heinz Ittig, den Glasbläser an der Lampe, bestaunen. Viele Kinder probierten selbst aus, eine Glaskugel zu blasen. In einem anderen Pavillon stellte Evi Petzold Papiermachéabdrücke von Modeln her. Auch hier konnten die Kinder selbst Hand anlegen.

Erst gegen 21 Uhr gingen die letzten Besucher heim, mit dem Versprechen, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

Zum Mitmachen lud das Anfertigen von Abdrücken aus
Papiermaché am Stand von Evi Petzold ein. -- Foto: Heiko Albrecht

Karl-Heinz Ittig an der Lampe, wie der Gasbrenner der Glasbläser
genannt wird, zeigte seine Kunst. Viele Kinder konnten auch eine
selbstgeblasene Kugel mit nach Hause nehmen. -- Foto: Heiko Albrecht

Montag, 18. Juni 2018

Sommererlebnis »Jazz im Park«

Sommerlaune im Park: Entspannt genießen die Gäste
einen Mittag mit Jazz-Musik. -- Fotos: Friedrich Lehmkühler
Über 100 Zuhörer lauschten bei Kaiserwetter am Sonntag auf dem Pleasureground vor dem Gartensaal des Schlösschens den Jazzmusikern Claude Toussaint (Keyboard) und Thomas Gallem (Saxofon). Die Veranstaltung war der Beitrag des — hinterher hochzufriedenen — Förderkreises Schlösschen im Hofgarten zum Schlosserlebnistag Baden-Württemberg.

Die beiden Münchner Musiker, die aus Wertheim stammen, boten fast drei Stunden feinen Jazzgenuss. Der Förderkreis hatte kleine Snacks und Getränke vorbereitet. Wegen des später stattfindenden ersten Spiels der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland fand die Veranstaltung in diesem Jahr früher statt, so dass alle Gäste noch rechtzeitig zur Fußballübertragung nach Hause kommen konnten.


Claude Toussaint (links) und Thomas Gallem sorgten
mit ihrer eindrucksvollen Musik für gute Stimmung.

Der Pleasureground vor dem Gartensaal erlebt nach
200 Jahren wieder seine ursprüngliche Bestimmung.

Samstag, 16. September 2017

A Warm Welcome ...


... to Wertheim«. Das ist der Titel eines 9:37 Minuten langen Videos auf CD, das der Film- & Videoclub Wertheim e.V. in Zusammenarbeit mit Helga Hillers Erlebnis-Gästeführungen für englischsprachige Besucher Wertheims produziert hat. Neben einem Rundgang durch Altstadt und Burg nimmt auch das Schlösschen im Hofgarten anlässlich einer musikalischen Veranstaltung für amerikanische Schiffstouristen im Gartensaal breiten Raum in dem Video ein.

Hier eine stark verkleinerte Version des Films mit freundlicher Genehmigung des Film- & Videoclubs Wertheim e.V. und der Interpreten der historischen Musikstücke, Fedra und Stefan Blido:

Sonntag, 10. September 2017

In gräflichen Privatgemächern

Besuchergruppe vor der 1916 erbauten neogotischen Grabkapelle im Park
des Schlösschens, die mitsamt den sterblichen Überresten von vier Vertretern
des evangelischen Fürstenhauses heute im Eigentum der Stiftung
Schlösschen im Hofgarten steht. -- Foto: Friedrich Lehmkühler
Der Tag des offenen Denkmals, der in diesem Jahr bundesweit unter dem Motto »Macht und Pracht« stand, lockte am Sonntag rund 50 Besucher ins Schlösschen, durch das Museumschef Dr. Jörg Paczkowski diesmal unter ungewohntem Apsekt führte: »Beachten Sie die Gemälde mal nicht, die schauen wir wieder ein anderes Mal an.« Der Tag wird alljährlich von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz veranstaltet, die auch die Sanierung des Schlösschens großzügig gefördert hatte.

Tatsächlich ging es diesmal um die Entstehungsgeschichte des 1777 fertiggestellten Gebäudes, das seinerzeit als ganz private Sommervilla des Grafen Friedrich-Ludwig zu Löwenstein-Wertheim-Virneburg errichtet wurde, und des umgebenden Parks, der — zunächst ein barocker Garten — im 19. Jahrhundert vom Fürsten Georg erheblich erweitert und zu einem englischen Landschaftspark umgestaltet wurde.

In seiner bekannt lebendigen Art vermittelte Paczkowski den Besuchern Einblicke in Entstehung und Entwicklung der einmaligen Immobilie, wofür diese sich nach über einer Stunde Führung mit herzlichem Applaus bedankten.

Montag, 19. Juni 2017

Old Jazz at its best

Patrick Siben und sein »Saloniker String & Swing Orchestra« vor dem
Gartensaal des Schlösschens im Hofgarten. -- Fotos: Friedrich Lehmkühler
Das Schlösschen hat seit seiner Eröffnung als Kunstmuseum vor elf Jahren wundervolle Abende erlebt, intellektuell anspruchsvolle, wissenschaftlich interessante, heiter-unterhaltsame und - seltener - auch inspirierende. Der Auftritt von Patrick Sibens »Saloniker String & Swing Orchestra« aus Stuttgart am Sonntagabend auf dem Pleasure ground vor dem Gartensaal gehörte in diese besondere Kategorie.

Auf die etwa 80 Zuhörer im Park, die größtenteils zuvor an gleicher Stelle Weine aus dem Kaffelstein verkostet hatten, wartete anschließend ein Jazz-Ereignis, wie man es nur noch sehr selten geboten bekommt.

Der Anspruch von Patrick Siben und seinen Mannen ist es, nach originalen Noten aus der Zwischenkriegszeit die besten Werke der Zwanziger und Dreißiger zu präsentieren. Count Basie, Duke Ellington, Louis Armstrong, Paul Whiteman oder George Gershwin - sie alle erklangen durch die Kunst der Saloniker im goldenen Licht der untergehenden Sommersonne aufs Neue und nahmen das begeisterte Publikum gefangen.

Patrick Siben, der auch seine besondere, in der persönlichen Geschichte begründete Liebe zum Schlösschen preisgab, verstand es gemeinsam mit seinem Orchester, den Funken der Begeisterung für alten, originalen Jazz auf die Zuhörer überspringen zu lassen.

Es fehlten nur die früher im noch verwilderten Park um diese Jahreszeit häufig anzutreffenden Glühwürmchen - aber eigentlich hat man sie am Ende gar nicht vermisst. So perfekt war der Abend.

 
Violine und Saxophone, eines im Wechsel mit der Klarinette ...

... Trompete und Posaune ...

... Kontrabass und Klavier mit dem Chef an den Tasten
Ein sicher unvergesslicher Sommerabend für die meisten Besucher.