Montag, 21. August 2017

Bilder reisen zurück nach Berlin

Finissage im Schlösschen im Hofgarten. -- Foto: Friedrich Lehmkühler
Mit einer gut besuchten Finissage, in deren Mittelpunkt eine letzte Führung von Museumsleiter Dr. Jörg Paczkowski durch die Ausstellung stand, endete am Sonntag im Schlösschen die viel beachtete Sommerausstellung »Meine Waffen: Pinsel, Kohle, Feder ... – Der sozialkritische Maler und Mitbegründer der Berliner Secession Hans Baluschek (1870–1935) und sein Künstlerfreund Martin Brandenburg (1870–1919)«. Gezeigt wurden vor allem Leihgaben aus dem Bröhan-Museum Berlin und dem Stadtmuseum Berlin.

Nach dem Abbau der Sonderausstellung werden in den Räumen des Schlösschens bis zur Eröffnung der Winterausstellung am 12. November wieder Werke der Berliner Secession und der Heidelberger Romantik aus eigenen Beständen der Stiftung zu sehen sein.

Montag, 19. Juni 2017

Old Jazz at its best

Patrick Siben und sein »Saloniker String & Swing Orchestra« vor dem
Gartensaal des Schlösschens im Hofgarten. -- Fotos: Friedrich Lehmkühler
Das Schlösschen hat seit seiner Eröffnung als Kunstmuseum vor elf Jahren wundervolle Abende erlebt, intellektuell anspruchsvolle, wissenschaftlich interessante, heiter-unterhaltsame und - seltener - auch inspirierende. Der Auftritt von Patrick Sibens »Saloniker String & Swing Orchestra« aus Stuttgart am Sonntagabend auf dem Pleasure ground vor dem Gartensaal gehörte in diese besondere Kategorie.

Auf die etwa 80 Zuhörer im Park, die größtenteils zuvor an gleicher Stelle Weine aus dem Kaffelstein verkostet hatten, wartete anschließend ein Jazz-Ereignis, wie man es nur noch sehr selten geboten bekommt.

Der Anspruch von Patrick Siben und seinen Mannen ist es, nach originalen Noten aus der Zwischenkriegszeit die besten Werke der Zwanziger und Dreißiger zu präsentieren. Count Basie, Duke Ellington, Louis Armstrong, Paul Whiteman oder George Gershwin - sie alle erklangen durch die Kunst der Saloniker im goldenen Licht der untergehenden Sommersonne aufs Neue und nahmen das begeisterte Publikum gefangen.

Patrick Siben, der auch seine besondere, in der persönlichen Geschichte begründete Liebe zum Schlösschen preisgab, verstand es gemeinsam mit seinem Orchester, den Funken der Begeisterung für alten, originalen Jazz auf die Zuhörer überspringen zu lassen.

Es fehlten nur die früher im noch verwilderten Park um diese Jahreszeit häufig anzutreffenden Glühwürmchen - aber eigentlich hat man sie am Ende gar nicht vermisst. So perfekt war der Abend.

 
Violine und Saxophone, eines im Wechsel mit der Klarinette ...

... Trompete und Posaune ...

... Kontrabass und Klavier mit dem Chef an den Tasten
Ein sicher unvergesslicher Sommerabend für die meisten Besucher.

Vier Weine von gegenüber

Im Schatten der mächtigen Parkbäume ließ es sich auch bei sommerlicher
Hitze mit einem Glas Wein gut aushalten. -- Fotos: Friedrich Lehmkühler

Mit einer Weinprobe im Park des Schlösschens begann am Sonntag das Programm »Wein und Open-Air-Jazz«, zu dem der Förderkreis Schlösschen im Hofgarten aus Anlass des Schlosserlebnistages Baden-Württemberg eingeladen hatte.

Norbert Spielmann vom Weingut Alte Grafschaft in Kreuzwertheim stellte vier Weine, zwei weiße und zwei rote, vom Kreuzwertheimer Kaffelstein vor, auf den die Gäste während der Verkostung über den Main hinüber schauen konnten. Kurzweilige Informationen zur Geschichte des Weinbergs und zur heutigen Situation des dortigen Weinbaus, der nach wie vor viel aufwändige Handarbeit erfordert, sowie unterhaltsame Anekdoten würzten Spielmanns Vortrag zu den edlen Gewächsen.

Dass es den Besuchern offenbar gemundet hatte, davon gaben am Ende des Abends die geleerten Weinflaschen Zeugnis. 


Die Presse war auch da und zeigte lebhaftes Interesse auch am Publikum.

Norbert Spielmann (links) vom Weingut Alte Grafschaft und Dr. Achim Camerer
vom Vorstand des Förderkreises sorgten mit dafür, dass kein Glas leer blieb.

Mittwoch, 24. Mai 2017

Wein und Open-Air-Jazz im Park

Patrick Siben und sein »Saloniker String & Swing Orchestra« bringen den
Sound der »Roarin' Twenties« in den Park des Schlösschens im Hofgarten.
Foto: Stuttgarter Saloniker

»Hot Jazz — Swing & Blues der Roarin' Twenties« mit den Stuttgarter Salonikern und gute Weine stehen im Mittelpunkt eines Sommerabends im Park des Schlösschens im Hofgarten zum Schlosserlebnistag Baden-Württemberg am Sonntag, 18. Juni.

Mit einer Weinprobe auf dem Pleasure ground, der Wiese vor dem Gartensaal, beginnt das Ereignis ab 17 Uhr. Norbert Spielmann präsentiert vier ausgesuchte Weine, die in einer Beziehung zum Schlösschen stehen. Die Besucher können sich dazu zwanglos im Park bewegen oder an Stehtischen auf dem Rasen verweilen.

Um 19 Uhr kommt dann der große Auftritt von Patrick Siben und seinem »Saloniker String & Swing Orchestra«. Die Formation bringt handgemachten Jazz im Big-Band-Sound der »Roarin' Twenties« in den Park. Das orbitale Vollmondkonzert vom Stuttgarter Fernsehturm wird als Open Air in Wertheim terrestrisch fortentwickelt.


Handgemachter Hot Jazz »unplugged« von originalen Noten aus der Feder der Urgesteine des American Jazz: Count Basie, Duke Ellington, George Gershwin, Jelly Roll Morton und viele mehr. So klangen die Big Bands der legendären Zwanziger um Louis Armstrong, Benny Goodman, Frankie Trumbauer und Paul Whiteman.

Der Eintritt kostet 20 Euro für beides zusammen, Jazz und Wein. Karten können im Vorverkauf über die Webseite www.saloniker.de/termine-saloniker bestellt oder an der Abendkasse erworben werden.

Bei schlechter Witterung findet die Veranstaltung im diesmal unbestuhlten Gartensaal des Schlösschens statt. Die Stehtische sind dann hier aufgestellt.

 

Sonntag, 21. Mai 2017

»Spurensuche« bei Künstlerfreunden

Im Gartensaal des Schlösschens erklärt Dr. Jörg Paczkowski das Gemälde »Frohe
Botschaft« des Symbolisten Martin Brandenburg. -- Fotos: Friedrich Lehmkühler

Eine Sonderführung mit Kurator Dr. Jörg Paczkowski durch die aktuelle Sommerausstellung des Schlösschens bot der Förderkreis Schlösschen im Hofgarten am Sonntag an. Anlass war der Internationale Museumstag 2017 unter dem Motto »Spurensuche«, das Paczkowski aufgriff, um spannende Einblicke in das Schaffen der beiden so gegensätzlichen und doch engen Künstlerfreunde Hans Baluschek und Martin Brandenburg zu vermitteln und deren Werke vor ihrem gesellschaftspolitischen Hintergrund auf kurzweilige Art zu erläutern. 

Beide Künstler waren Mitglieder der Berliner Secession, die Schwerpunkt einer der Sammlungen des Museums ist. Die Ausstellung »Meine Waffen: Pinsel, Kohle, Feder ... – Der sozialkritische Maler und Mitbegründer der Berliner Secession Hans Baluschek (1870–1935) und sein Künstlerfreund Martin Brandenburg (1870–1919)« zeigt neben eigenen Bildern der Stiftung Schlösschen im Hofgarten rund 40 Leihgaben des Bröhan-Museums Berlin und des Stadtmuseums Berlin.

Im hinteren Treppenhaus des Schlösschens hängen unter anderem Hans
Baluscheks Bilder »Jungfernbrücke« von 1919 und »Berliner Rummelplatz«
von 1914, die Kurator Dr. Jörg Paczkowski hier erläutert.

Samstag, 13. Mai 2017

Sommerausstellung für Besucher offen

Hans Baluschek, Tingeltangel, 1900, Mischtechnik
auf Karton -- Vorlage: Bröhan-Museum, Berlin

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde im gut gefüllten Gartensaal des Schlösschens ist heute die Sonderausstellung des Sommerhalbjahres 2017 für den Besucherverkehr eröffnet worden. Unter dem Titel »Meine Waffen: Pinsel, Kohle, Feder ... – Der sozialkritische Maler und Mitbegründer der Berliner Secession Hans Baluschek (1870–1935) und sein Künstlerfreund Martin Brandenburg (1870–1919)« werden an die 50 Bilder der beiden Malerfreunde aus Berlin gezeigt. Die Ausstellung ist bis zum 20. August geöffnet.

Freitag, 12. Mai 2017

Blick hinter die Kulissen

Ellen Heibach überreichte zu Beginn der Veranstaltung Dr. Jörg Paczkowski zwei
um 1810 geschaffene Vasen der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin, die nach
dem Willen ihres 2016 verstorbenen Mannes, Botschafter a. D. Bernhard Heibach, der
Porzellansammlung des Schlösschens beigefügt werden sollten. -- Foto: F. Lehmkühler

Neuland betrat der Förderkreis Schlösschen im Hofgarten mit seiner exklusiven Preview-Veranstaltung für seine Mitglieder am gestrigen Donnerstag. Museumschef Dr. Jörg Paczkowski und Dipl.-Restaurator Univ. Georg F. R. Pracher (Würzburg) gaben unter dem Motto »Von der Idee zur Ausstellung« einen Einblick in die umfangreichen Tätigkeiten, die notwendig sind, bis eine Ausstellung eröffnet werden kann.


Jörg Paczkowski (links) und Georg Pracher öffnen die fachgerechte Verpackung
eines aus Berlin ausgeliehenen Gemäldes. -- Fotos: Friedrich Lehmkühler

Diesmal ging es um die Ausstellung »Meine Waffen: Pinsel, Kohle, Feder ... – Der sozialkritische Maler und Mitbegründer der Berliner Secession Hans Baluschek (1870–1935) und sein Künstlerfreund Martin Brandenburg (1870–1919)«. Der schon länger geplante Blick hinter die Kulissen bekam aus aktuellem Anlass eine besonders wirklichkeitsnahe Note. 40 Leihgaben aus dem Berliner Bröhan-Museum und dem Berliner Stadtmuseum waren durch unvorhergesehene Verzögerungen in Berlin erst am Morgen der Preview-Veranstaltung in Wertheim eingetroffen, so dass die Förderkreismitglieder sozusagen in Echtzeit Einblicke in die letzten Tätigkeiten vor Aufhängung der Bilder bekamen.


Georg Pracher hatte im Gartensaal des Schlösschens zahlreiche Fragen der
interessierten Mitglieder des Förderkreises zu beantworten.
Vor allem der hohe Aufwand, der bei der viermaligen fachmännischen Begutachtung ausgeliehener Bilder - Quadratzentimeter für Quadratzentimeter - und der Protokollierung aller Befunde getrieben wird, beeindruckte die Zuschauer. Ausgebildete und erfahrene Restauratoren begutachten beim Leihgeber jedes Bild vor dem Einpacken zum Versand. Ein Kollege am Zielort tut das gleiche beim Auspacken und dann noch einmal beim Wiedereinpacken nach Ende der Ausstellung. Schließlich prüft ein Restaurator des ausleihenden Museums nochmals genauestens beim Wiedereintreffen der Bilder. Diese und viele weitere Schritte sind von der ersten Idee über die Planung bis zur Verwirklichung einer Ausstellung nötig. Das wurde an dem sehr kurzweiligen und hoch interessanten Abend deutlich.
Hausherr Jörg Paczkowski führte durch die Ausstellungsräume, in denen Bilder
und Erläuterungsschilder noch auf die Aufhängung warteten.

Noch am Boden: Hans Baluschek, Großstadtlichter, 1931, Öl auf Leinwand,
nach Wertheim ausgeliehen vom Stadtmuseum Berlin