Montag, 18. Juni 2018

Sommererlebnis »Jazz im Park«

Sommerlaune im Park: Entspannt genießen die Gäste
einen Mittag mit Jazz-Musik. -- Fotos: Friedrich Lehmkühler
Über 100 Zuhörer lauschten bei Kaiserwetter am Sonntag auf dem Pleasureground vor dem Gartensaal des Schlösschens den Jazzmusikern Claude Toussaint (Keyboard) und Thomas Gallem (Saxofon). Die Veranstaltung war der Beitrag des — hinterher hochzufriedenen — Förderkreises Schlösschen im Hofgarten zum Schlosserlebnistag Baden-Württemberg.

Die beiden Münchner Musiker, die aus Wertheim stammen, boten fast drei Stunden feinen Jazzgenuss. Der Förderkreis hatte kleine Snacks und Getränke vorbereitet. Wegen des später stattfindenden ersten Spiels der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland fand die Veranstaltung in diesem Jahr früher statt, so dass alle Gäste noch rechtzeitig zur Fußballübertragung nach Hause kommen konnten.


Claude Toussaint (links) und Thomas Gallem sorgten
mit ihrer eindrucksvollen Musik für gute Stimmung.

Der Pleasureground vor dem Gartensaal erlebt nach
200 Jahren wieder seine ursprüngliche Bestimmung.

Samstag, 28. April 2018

Expressionist Fritz Ascher zu Gast

Fritz Ascher, Porträt eines Mannes in Rot, um 1915, Privatbesitz

Eine weitere grandiose Kunstausstellung wartet vom 13. Mai bis zum 9. September im Museum Schlösschen im Hofgarten auf Besucher: »Leben ist Glühn — Der Expressionist Fritz Ascher (1893–1970)«. Das Museum präsentiert in Kooperation mit der Fritz Ascher Society, New York, eine Werkschau des Berliner Expressionisten Fritz Ascher, anlässlich seines 125. Geburtstages.

Die Ausstellung gibt mit einer repräsentativen Auswahl von rund 70 Gemälden und Grafiken einen umfassenden Einblick in das vielfältige Schaffen des Malers: von frühen spielerischen Studienzeichnungen über monumentale Figurenkompositionen der Weimarer Zeit bis zu kraftvollen Landschaftsbildern der Jahre nach 1945. Sie lädt zur Wiederentdeckung des ehemals verfemten und fast vergessenen Künstlers ein, der von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und dessen frühes Werk teilweise der Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg zum Opfer fiel.

Die Werkschau wurde im Herbst 2016 im Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück eröffnet und war 2017 in den Kunstsammlungen Chemnitz im Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in Berlin und im Potsdam-Museum — Museum für Kunst und Geschichte zu sehen. Nach der Wertheimer Präsentation wird sie im Kallmann-Museum in Ismaning gezeigt, bevor sie 2019 in der Grey Art Gallery in New York zu sehen ist. In Wertheim werden dabei erstmalig auch Arbeiten von Aschers Lehrern Max Liebermann, Lovis Corinth, Ludwig Dettmann und Kurt Agthe gezeigt.


Dienstag, 24. April 2018

Die Briefe eines großen Künstlerpaares


 Zu einer spannenden Buchvorstellung lädt die Stiftung Schlösschen im Hofgarten für Samstag, 28. April, um 16 Uhr in den Gartensaal des Schlösschens ein. Es geht um das im letzten Herbst im Suhrkamp-Insel-Verlag erschienene Buch "Paula Modersohn-Becker/Otto Modersohn. Der Briefwechsel". Eine Einführung gibt die Mitherausgeberin und Enkelin des Malers Otto Modersohn, Antje Modersohn vom Otto-Modersohn-Museum Fischerhude. Es lesen die Schauspieler Verena Güntner und Robert Levin. Der Eintritt kostet 12 Euro.

Als Paula Becker 1899 den wesentlich älteren Otto Modersohn kennenlernt, ist sie eine junge Künstlerin, die um jeden Preis malen will, er ist einer der Gründer der Künstlerkolonie in Worpswede und verheiratet. Trotzdem werden die beiden ein Jahr später ein Paar. Schon die ersten Briefe zeugen von ihrer großen Zuneigung, aber auch von ihrer tiefen Verbundenheit im künstlerischen Schaffen.

Das Buch bietet das ersten Mal den gesamten, bisher zum Teil noch unpublizierten Briefwechsel, auch aus der Zeit, als Otto Modersohn Mitglied der Berliner Secession war.


Dienstag, 20. März 2018

Finissage im Gartensaal

Der Förderkreis Schlösschen im Hofgarten veranstaltet am Sonntag, 25. März,  im Gartensaal des Schlösschens unter dem Motto »Künstler kommen zu Wort« eine Finissage zur Ausstellung »Die Suche nach dem wahren Licht …«. Die Matinee beginnt um 11.15 Uhr und wird bis etwa 12.45 Uhr dauern.

Benno Lehmann aus Mannheim, Constanze Neuendorf aus Wertheim, Sigrun Paas aus Heidelberg und Jörg Paczkowski aus Wertheim werden in verteilten Rollen hintergründige, amüsante und künstlerische Texte von Malern und Schriftstellern des 19. Jahrhunderts rezitieren. Entstehen soll dabei ein Eindruck davon, wie die Maler und anderen Künstler gedacht, gefühlt und die Landschaft erlebt haben. Es überrascht immer wieder, wie sie ihr eigenes Schaffen und Leben auch schriftlich verarbeitet haben.

Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt. Die Zuhörer werden anschließend zu einem Glas Wein eingeladen. Die Ausstellung ist noch über die Ostertage zu besichtigen und wird dann geschlossen.

Dienstag, 6. März 2018

»Italien! Endlich im Licht!«

Bernhard Fries (1820―1879), Küste von Capri bei Nacht
mit Blick auf die Faraglioni, um 1853, Privatbesitz.

»Italien! Endlich im Licht!«: Immer wieder zog es Deutsche — Maler, Schriftsteller, Reisende — nach Italien. In einer Matinee-Veranstaltung am Sonntag, 11. März, um 11.30 Uhr im Gartensaal des Schlösschens wird Museumsleiter Dr. Jörg Paczkowski über »Italien als Sehnsuchtsort der deutschen Maler des 19. Jahrhunderts« sprechen.

In der Ausstellung »Die Suche nach dem wahren Licht  — Vom Realismus über die Freilichtmalerei von Barbizon zum Impressionismus«, die gegenwärtig im Schlösschen gezeigt wird und zu deren Rahmenprogramm der Vortrag gehört, sind zahlreiche Gemälde aus Italien zu sehen.

In dem Vortrag werden deutsche Künstler vorgestellt, deren Schaffen durch den Italien-Aufenthalt sehr geprägt worden ist. Aber es werden auch Werke italienischer Maler des 19. Jahrhunderts gezeigt, die in Deutschland zu Unrecht weitgehend unbekannt sind, aber deutlich machen, wie man sich gegenseitig beeinflusst hat.

Was fasziniert an diesem Land? Für Kulturreisende waren und sind es die Sehenswürdigkeiten, von der Antike bis zur Gegenwart; für die Schriftsteller sind es  Atmosphäre und Lebensgefühl in diesem Land, und für die Maler seit der Renaissance ist es die Landschaft mit ihrem besonderen Licht.

Freitag, 23. Februar 2018

Das Jahr 2018 im Schlösschen

2017 startete »Jazz im Park« mit den Stuttgarter Salonikern in einer
grandiosen Veranstaltung. Auch 2018 heißt es am Sonntag,17. Juni,
wieder: »Jazz im Park« -- Foto: Friedrich Lehmkühler

 Der Frühling steht vor der Tür, ein guter Zeitpunkt, das weitere Jahresprogramm anzukündigen, das Stiftung und Förderkreis Schlösschen im Hofgarten vorbereitet haben. Programmergänzungen und -änderungen bleiben vorbehalten und werden jeweils hier mitgeteilt.

Sonntag 25. Februar, 11.30 Uhr:  Vortrag von Dr. Sigrun Paas, Heidelberg: »Das Licht in der Malerei von Max Slevogt«. Veranstalter: Stiftung Schlösschen im Hofgarten.

Sonntag, 25. März, 15.30 Uhr: Finissage zur Ausstellung »Die Suche nach dem wahren Licht — Vom frühen Realismus über die Freilichtmalerei in Barbizon zum Impressionismus«. Die Ausstellung umfasst ca. 70 Gemälde verschiedener Bildgattungen aus Privatbesitz mit Ansichten aus Deutschland, Italien und Frankreich. Veranstalter: Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Sonntag 6. Mai, 17 Uhr:  Meisterkonzert »Die klangvolle Welt der Harfe — Ekaterina Afanasieva«. Veranstalter: Kulturkreis Wertheim.   
           
Sonntag 13. Mai, Internationaler Museumstag, 11.30 Uhr: Ausstellungseröffnung »Leben ist Glühn — Der Expressionist Fritz Ascher (1893–1970)«. Die Ausstellung läuft bis zum 9. September. Fritz Ascher wurde von Max Liebermann gefördert und ausgebildet u.a. von Lovis Corinth und Kurt Agthe. Er gehört zu jenen zwischen 1890 und 1914 geborenen Künstlern der Moderne, die in Vergessenheit geraten sind, weil ihre Entwicklung durch Verfemung und Verfolgung unterbrochen oder gar abgebrochen wurde.

Sonntag 17. Juni, Schlosserlebnistag Baden-Württemberg, ab 15.30 Uhr: »Jazz im Park« mit Programm. Veranstalter: Stiftung und Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Freitag 6. Juli (und Wochenende): Gemeinschaftsveranstaltung mit der Burg Gamburg.

Samstag 7. und Sonntag 8. Juli: Gartenmesse »Gartenromantik im Fürstlichen Hofgarten Wertheim«. Veranstalter: a.ha! events Anja Hartmann, Schlüchtern.

Sonntag  2. September (Tag der jüdischen Kultur): Vortrag über verfolgte Künstler im Dritten Reich. Veranstalter: Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Sonntag 9. September, Tag des offenen Denkmals: Unter dem diesjährigen Motto »Entdecken, was uns verbindet« werden Veranstaltungen angeboten, die sich auf das besondere Verhältnis zwischen der Kernstadt Wertheim und dem Hofgarten beziehen. Veranstalter: Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Samstag 10. November, 11.00 Uhr: Ausstellungseröffnung »Die Kunst der verschollenen Generation. Deutsche Malerei des expressiven Realismus«. Als »Verschollene Generation« werden deutsche Künstler der Jahrgänge zwischen 1890 und 1914 bezeichnet, die bereits in der Weimarer Republik gearbeitet haben oder  in dieser Zeit ausgebildet worden sind, u.a. Willem Grimm, Manfred Henninger oder die auch in Wertheim tätigen Künstler wie Alexandra Povòrina, Friedrich Ahlers-Hestermann oder Charles Crodel.  Durch die Kunstpolitik des Nationalsozialismus wurden sie allerdings in ihrer weiteren Entfaltung durch Ausstellungsverbot, wegen ihrer politischen Ansichten oder wegen ihrer jüdischen Herkunft gehindert. Ihre Werke galten als entartete Kunst. Veranstalter: Stiftung und Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Sonntag 11. November: 3. Wertheimer Martinsmarkt. Veranstalter: Förderkreis Schlösschen im Hofgarten.

Samstag 1. Dezember, 20 Uhr: Benefizkonzert zugunsten des Museums  Schlösschen im Hofgarten (Jürgen-Ponto-Stiftung und Prassek-Stiftung). Veranstalter: Stiftung Schlösschen im Hofgarten.

Montag, 1. Januar 2018

Barbizon im Schlösschen

Charles François Daubigny, Port de Dieppe, 1866 -- Privatbesitz
Eine gute Möglichkeit, die stille Zeit zu Beginn des neuen Jahres auf bereichernde und spannende Weise zu nutzen, bietet ein Besuch der laufenden Winterausstellung im Schlösschen.  »Die Suche nach dem wahren Licht« lautet der Titel der Sonderausstellung, die derzeit Werke von über 40 Künstlern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zeigt.

Zu den Vertretern der berühmten Schule von Barbizon, mit der die Malerei aus den Ateliers hinaus ins Freie zog und die, von Frankreich ausgehend, den Anfang der europäischen Moderne markiert, gehörte auch Charles François Daubigny (1817–1878), der die hier gezeigte Ansicht des Hafens von Dieppe gemalt hat.

Er arbeitete mit 17 Jahren als Restaurator im Louvre in seiner Vaterstadt Paris, wo er vor allem die niederländischen Landschaftsmaler studierte. In der Malerei wurde er zuerst unterrichtet durch seinen Vater Edmond François Daubigny uud durch seinen Onkel, den Miniaturisten Pierre Daubigny. Zunächst der traditionellen Malweise im Atelier verhaftet, malte er ab 1843, als er nach Barbizon umzog, draußen in der Natur.

Von großer Bedeutung für den Weg Daubignys war seine Begegnung mit Camille Corot 1852 in Optevoz/Isère. Zunehmend geriet er auch unter den Einfluss von Gustave Courbet.

Als er sich von 1866 bis 1870 in London aufhielt, traf er dort Claude Monet und reiste mit ihm wegen des Deutsch-französischen Krieges 1870/71 zunächst in die Niederlande. Zurück in Frankreich, traf er auch Paul Cézanne. Es wird vermutet, dass diese jüngeren Maler durch Daubigny beeinflusst wurden.

Berühmt war seit den 1850er Jahren Daubignys schwimmendes Atelier auf dem Boot Botin, von dem aus er an der Seine und der Oise malte. Die Übung, vom Wasser aus zu arbeiten, übernahm später Claude Monet von Daubigny.