„Entartete Kunst. Eine katastrophale Kunstpolitik der Nationalsozialisten (1933-1945)“ lautete der Titel des ersten Vortrags, der im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung veranstalteten Reihe.
Zahlreiche Hörer waren am Sonntag, den 20. Januar in den Saal des Hofgartenschlösschens gekommen. Referent Dr. Benno K. Lehmann aus Mannheim beleuchtete, wie es zu der Kunstentwicklung im Dritten Reich kam, was die Nationalsozialisten unter „entarteter Kunst“ verstanden und welches Schicksal die beschlagnahmten und in der legendären Münchner Ausstellung vorgeführten Werke nach 1937 ereilte.
In der anschließenden Diskussion wurde unterstrichen, wie wichtig die Ausstellung im Hofgartenschlösschen sei, auch um zu zeigen, welche Folgen diktatorische Kunstpolitik habe.
Fast alle der im Schlösschen vertretenen Künstler wurden im Dritten Reich verfolgt.
Das Schlösschen im Hofgarten in Wertheim am Main dient nach erfolgreicher Rettung und Sanierung seit 2006 als Kunstmuseum. Es beherbergt drei Sammlungen mit Bildern der Berliner Secession und der Heidelberger Romantik sowie mit Stücken von »Porcelaine de Paris«. Jedes Jahr gibt es zwei große Sonderausstellungen, Konzerte und Vortragsveranstaltungen. (Fotos durch Anklicken vergrößerbar)
Donnerstag, 31. Januar 2019
Mittwoch, 14. November 2018
300 Besucher wollten St. Martin sehen
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| Meike Fertig erfreute als St. Martin hoch zu Ross Kindergar- tenkinder, Eltern und Großeltern. -- Foto: Jörg Paczkowski |
Zunächst zogen wohl 80 Kinder mit ihren Laternen durch den Park und sangen ihre Martinslieder. Schließlich erschien auf einem Schimmel Sankt Martin aus dem Dunkel des Parks, dargestellt von Meike Fertig. Jörg Paczkowski las dazu die Martinsgeschichte den aufmerksam lauschenden Kindern vor. Anschließend überreichte der Vorsitzende des Förderkreises, Heiko Albrecht, den Kindern die traditionellen Weckmänner.
Neben dem Schlösschen war der kleine Martinsmarkt aufgebaut. Glühwein, Kinderpunsch und Bratwürste fanden großen Zuspruch. Die Besucher konnten Karl-Heinz Ittig, den Glasbläser an der Lampe, bestaunen. Viele Kinder probierten selbst aus, eine Glaskugel zu blasen. In einem anderen Pavillon stellte Evi Petzold Papiermachéabdrücke von Modeln her. Auch hier konnten die Kinder selbst Hand anlegen.
Erst gegen 21 Uhr gingen die letzten Besucher heim, mit dem Versprechen, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.
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| Zum Mitmachen lud das Anfertigen von Abdrücken aus Papiermaché am Stand von Evi Petzold ein. -- Foto: Heiko Albrecht |
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| Karl-Heinz Ittig an der Lampe, wie der Gasbrenner der Glasbläser genannt wird, zeigte seine Kunst. Viele Kinder konnten auch eine selbstgeblasene Kugel mit nach Hause nehmen. -- Foto: Heiko Albrecht |
Dienstag, 6. November 2018
3. Wertheimer Martinsmarkt
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| Auch in diesem Jahr kommt Glasbläser Hans-Joachim Ittig wieder zum Wertheimer Martinsmarkt in den Park des Schlösschens. -- Foto: Friedrich Lehmkühler |
Hoch zu Pferde tritt auch Sankt Martin auf und teilt seinen Mantel mit dem Bettler. Außerdem zeigt Glasbläser Ittig seine Kunst. Ferner gibt es traditionell wieder Produkte der Papiermühle Homburg zu bestaunen und zu kaufen. Würstchen vom Grill sowie Glühwein und Kinderpunsch sorgen dafür, dass niemand hungern und frieren muss.
Verfemt und vergessen – zu Unrecht
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| Otto Wachsmuth, Kranichstein (bei Darmstadt), Privatbesitz |
Die Künstler des Expressiven Realismus wurden in der Zeit um
1900 geboren, erhielten ihre Ausbildung kurz vor oder nach dem Ersten Weltkrieg
und waren dann in den 20er Jahren bis 1933 tätig. Mit der Machtergreifung der
Nationalsozialisten wurden ihre Werke meist zur »Entarteten
Kunst« erklärt, was zugleich mit einem Arbeits- und
Ausstellungsverbot verbunden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg war ihre
künstlerische Darstellungsweise nicht mehr zeitgemäß. Man brachte ihren
Realismus zu Unrecht mit der »Neudeutschen
Kunst« der Nationalsozialisten in Verbindung, was
zum Verschweigen und Vergessen ihrer Werke führte. Unter diesen Bedingungen
fiel der Expressive Realismus aus der gängigen und zukünftigen Entwicklung der
künstlerischen Ausdrucksweise heraus.
Neben bekannteren Künstlern wie Otto Dix, Conrad Felixmüller,
Alfred Kubin, Hans Meid, Ludwig Meidner, A. Paul Weber und Käthe Kollwitz sind
auch viele Neu- und Wiederentdeckungen in der Ausstellung vertreten, so zum
Beispiel Franz Frank, Willem Grimm, Carl Gunschmann, Franz Heckendorf, Willi
Hofferbert, Paul Kleinschmidt, Wilhelm Kohlhoff, Bruno Krauskopf, Paul Kuhfuss,
Johann Hans Less, Robert Liebknecht, Karl Friedrich Lippmann, Hans Meyboden,
Max Oppenheimer, Max Pfeiffer Watenphul, Alexander Posch, Emil Pottner,
Alexandra Povòrina-Hestermann, Wilhelm Schnarrenberger, Otto Wachsmuth und
Alfred Wais. Einen besonderen Bezug zu Wertheim haben Künstler wie Bruno
Müller-Linow, Charles Crodel, Friedrich Ahlers-Hestermann und seine Frau
Alexandra Povòrina: Sie weilten längere Zeit zu Maleraufenthalten in Wertheim
und Umgebung.
Begleitend zur Ausstellung wird es mehrere Vorträge geben.
Jeder Besucher erhält kostenlos ein Begleitheft mit Biografien der
ausgestellten Künstler und Informationen über die weitgehend unbekannten und zu
Unrecht in Vergessenheit geratenen Maler.
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| Bruno Müller-Linow, Interieur Rom, 1942, Privatbesitz |
Donnerstag, 11. Oktober 2018
Am Ursprung der Malerei der Moderne
Der Förderkreis Schlösschen im Hofgarten veranstaltete zusammen mit dem Seminar
»Kunstgeschichte« der Volkshochschule Wertheim eine Exkursion in die südliche
Île-de- France. Knapp vierzig Reiseteilnehmer besichtigten unter der Leitung
von Jörg Paczkowski die Schlösser und Parks in Vaux-le-Vicomte, Fontainebleau,
Courtance und Champs-sur-Marne, sowie die Kathedrale in Chartres und den
Malerort Barbizon. Die Ile-de-France gilt als Wiege Frankreichs, denn das alte
Herzogtum Francia mit Paris als Mittelpunkt war die Keimzelle des Königreichs
Frankreich. Der Name entstand zum Unterschied zur Île-de-la-Cité, womit die
Seine-Insel mit der Kathedrale Notre Dame de Paris gemeint ist.
Barbizon bei Fontainebleau hat zentrale Bedeutung für die
Entwicklung der Malerei: Ab 1830 entwickelten Maler, die nach hier gekommen
waren, im Wald des Ortes die Freiluftmalerei. Die berühmtesten Künstler ―
darunter Millet, Courbet, Corot, Dabigny, Rosseau, die auch in den
Winterausstellung 2017/18 im Museum Schlösschen im Hofgarten vertreten waren ―
malten hier und hatten im Ort fast jeder ein eigenes Atelier.
Im Museum der »Schule von Barbizon«, durch das Jörg Paczkowski
führte, wurde die gegenwärtig laufende Ausstellung, die sich besonders der Tierdarstellung widmete, besichtigt. Der Besuch
der Ortschaft Barbizon und des Museums stand ganz im Zeichen der
Beziehung zu dem Museum im Eichler Hofgarten, da hier in der Gegend um Paris
jene Entwicklung begann, die zum Impressionismus und zur klassischen Moderne in der Kunst führte, jener Malerei, von der im Hofgartenschlösschen hervorragende
Beispiele gezeigt werden.
Montag, 18. Juni 2018
Sommererlebnis »Jazz im Park«
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| Sommerlaune im Park: Entspannt genießen die Gäste einen Mittag mit Jazz-Musik. -- Fotos: Friedrich Lehmkühler |
Die beiden Münchner Musiker, die aus Wertheim stammen, boten fast drei Stunden feinen Jazzgenuss. Der Förderkreis hatte kleine Snacks und Getränke vorbereitet. Wegen des später stattfindenden ersten Spiels der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland fand die Veranstaltung in diesem Jahr früher statt, so dass alle Gäste noch rechtzeitig zur Fußballübertragung nach Hause kommen konnten.
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| Claude Toussaint (links) und Thomas Gallem sorgten mit ihrer eindrucksvollen Musik für gute Stimmung. |
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| Der Pleasureground vor dem Gartensaal erlebt nach 200 Jahren wieder seine ursprüngliche Bestimmung. |
Samstag, 28. April 2018
Expressionist Fritz Ascher zu Gast
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| Fritz Ascher, Porträt eines Mannes in Rot, um 1915, Privatbesitz |
Eine weitere grandiose Kunstausstellung wartet vom 13. Mai bis zum 9. September im Museum Schlösschen im Hofgarten auf Besucher: »Leben ist Glühn — Der Expressionist Fritz Ascher (1893–1970)«. Das Museum präsentiert in Kooperation mit der Fritz Ascher Society, New York, eine Werkschau des Berliner Expressionisten Fritz Ascher, anlässlich seines 125. Geburtstages.
Die Ausstellung gibt mit einer repräsentativen Auswahl von rund 70 Gemälden und Grafiken einen umfassenden Einblick in das vielfältige Schaffen des Malers: von frühen spielerischen Studienzeichnungen über monumentale Figurenkompositionen der Weimarer Zeit bis zu kraftvollen Landschaftsbildern der Jahre nach 1945. Sie lädt zur Wiederentdeckung des ehemals verfemten und fast vergessenen Künstlers ein, der von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und dessen frühes Werk teilweise der Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg zum Opfer fiel.
Die Werkschau wurde im Herbst 2016 im Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück eröffnet und war 2017 in den Kunstsammlungen Chemnitz im Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in Berlin und im Potsdam-Museum — Museum für Kunst und Geschichte zu sehen. Nach der Wertheimer Präsentation wird sie im Kallmann-Museum in Ismaning gezeigt, bevor sie 2019 in der Grey Art Gallery in New York zu sehen ist. In Wertheim werden dabei erstmalig auch Arbeiten von Aschers Lehrern Max Liebermann, Lovis Corinth, Ludwig Dettmann und Kurt Agthe gezeigt.
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