Mittwoch, 10. April 2013

#IMT13: Picknick mit Slevogt


Es ist zwar schon der 38. Internationale Museumstag (IMT), der am 12. Mai 2013 im Kalender steht. Aber in den sozialen Netzwerken des deutschsprachigen Internets findet er erst seit 2012 ein größeres Echo. Weil eine Vernetzung über die digitalen Medien auch für den Kulturbetrieb immer wichtiger wird, machen wir seit einem Vierteljahr im Internet aktiv mit — unter anderem mit diesem Blog. Und wir machen nun auch zum ersten Mal mit bei der #IMT13-Blogparade. Zu den Spielregeln gehört dabei, dass wir hier kurz darstellen, warum wir mitmachen und was wir uns erhoffen.

Die Hoffnungen, die wir an unser kombiniertes Muttertags-IMT13-Programm knüpfen, richten sich auf zwei Zielgruppen. So wünschen wir uns, dass die Wertheimer – diesmal vor allem, aber nicht nur, die Mütter – den Bürgerpark, der der Hofgarten seit 200 Jahren auch ist, wieder verstärkt gemeinsam nutzen. Das Picknick und die Führung durch den Park mit seinen historischen und botanischen Besonderheiten bieten auch denen einen Einstieg, für die eine hochkarätige Kunstausstellung allein als Magnet nicht reicht.

Wir hoffen aber auch, dass sich durch das Internet das Bewusstsein wecken lässt, dass es dort draußen an Main und Tauber eine fränkische Kleinstadt mit reicher Geschichte, idyllischem Stadtbild und der bis heute lebendigen kulturellen Tradition einer Residenzstadt gibt, die neben ihren anderen Ausrufezeichen inzwischen auch ein Kunstmuseum besitzt, das durch seine drei bemerkenswerten Sammlungen und seine qualitätsvollen Ausstellungen das Zeug hat, über Franken hinaus zu wirken.

Wenn die Blogparade am Ende dazu führt, dass sich zu den Wertheimern am 12. Mai auch noch der eine oder andere auswärtige Gast gesellt, um am Picknick und der Parkführung teilzunehmen oder auch nur die Max-Slevogt-Ausstellung zu sehen, so soll es uns nicht nur recht sein; nein, alle sind uns herzlich willkommenauch die Väter und Kinder!

Dienstag, 9. April 2013

Picknick und Parkführung


Der Internationale Museumstag fällt auch dieses Jahr wieder auf den Muttertag, den 12. Mai. Er steht im deutschsprachigen Raum diesmal unter dem Motto »Vergangenheit erinnern – Zukunft gestalten: Museen machen mit!« Wir wollen beide Ereignisse miteinander verbinden.

Der Förderkreis Schlösschen im Hofgarten e.V. lädt aus diesem Anlass für 13 Uhr zum Muttertagspicknick auf dem unteren Pleasureground des Parks neben dem Schlösschen ein. Decken und Picknick sind selbst mitzubringen. Ab 14.30 Uhr bietet Museumsdirektor Dr. Jörg Paczkowski eine »Parkführung für Mütter« an.

Von 12 bis 18 Uhr ist außerdem die derzeitige Sonderausstellung des Museums, »Max Slevogt (1868–1932) — ein deutscher Impressionist zu Gast im Hofgartenschlösschen«, bei freiem Eintritt geöffnet. 

Auf der Wiese vor dem Gartensaal des Schlösschens findet am 12. Mai  das
Muttertagspicknick statt, zu dem der Förderkreis einlädt. -- Foto: Kurt Bauer

Samstag, 6. April 2013

Blick in die Geschichte (III)


»Immer im Walde fortstrebend, gelangten wir zu dem großen, dem Fürsten Georg gehörigen Garten, genannt der Eichelgarten«, so beschreibt Gerhard Friedrich 1823 seinen Weg zu dem »reizenden Park« und betont, dass dieser »zur Bequemlichkeit und Lust geschmücket« sei.

An das Schlösschen schloss sich, wie schon erwähnt, eine kleine spätbarocke Gartenanlage an, die wohl ab 1810 vergrößert und zu einem englischen Park umgestaltet wurde. Dieser Hofgarten ging dann einst über in den heute leider kaum noch erkennbaren riesigen Park, die sogenannten Birkenanlagen zwischen Wertheimer Burg und Schlösschen, den Fürst Georg zur Arbeitsbeschaffung für die Wertheimer in den Hungerjahren 1816/17 anlegen ließ. Ebenfalls in dieser Zeit ließ er auch den großen Gartensaal im Schlösschen klassizistisch umgestalten. »Im Erdgeschoss befindet sich ein großer Saal, der von großen Bäumen verschiedener Art umgeben, gegen die Sonnenstrahlen geschützt und geräumig genug ist, um bei Regenwetter sich darin zu ergehen«, beschreibt Fürst Georg in seinem Wertheimer Reiseführer 1847 sein Schlösschen, das er als »nicht groß, aber ziemlich wohnlich eingerichtet« bezeichnet.

Zwischen Schlösschen (links unten) und der Wertheimer Burg ließ Fürst Georg
in den Hungerjahren 1816/17 als Arbeitsbeschaffung den Landschaftspark
der Birkenanlagen schaffen. -- Vorlagen (4): Grafschaftsmuseum Wertheim
Aus dieser Zeit besitzt das Grafschaftsmuseum aus den Beständen des Historischen Vereins Wertheim die wohl älteste Ansicht des Schlösschens. Andreas Fries hat es um 1842 in seinem Merkbüchlein festgehalten. Fast verwunschen, von hohen Bäumen umgeben, zeigt er es, wie es sich von der Mainseite mit der Vorderfassade und seinem barocken Mansarddach präsentiert. Den hinteren Teil hat er nur leicht angedeutet.
 
Andreas Fries hielt um 1842 in seinem Merkbüchlein mit Bleistift die wohl
früheste Darstellung des Schlösschens fest.
In die Regierungszeit des Fürsten Georg zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg ab 1816 fällt neben der Erweiterung und Umgestaltung des Parks auch seine Öffnung für die Wertheimer Bürger. Ein reiches Kulturleben mit Sommerfestivitäten und Theateraufführungen ist aus diesen Jahren in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts überliefert.
 
Fürst Georg zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg (1775–1855) schuf statt des
ursprünglich barocken Gartens einen erheblich vergrößerten Landschaftspark
nach englischem Vorbild, wie er im frühen 19. Jahrhundert in Mode kam.
Fürstin Ernestine geb. Gräfin von Pückler und Limpurg (1784–1824) lebte während
der napoleonischen Zeit mit ihrem Gatten, damals noch Erbprinz, einige Jahre
am Hofe von Napoleons Bruder Jérôme in Kassel und hielt sich auch in Paris auf.

Samstag, 23. März 2013

Max Slevogt im Schlösschen

Ein eisiger Ostwind wehte am Samstag in Wertheim, und doch strömten die Kunstliebhaber in Scharen ins Schlösschen, um an der Eröffnung der  Ausstellung »Max Slevogt (1868–1932) — ein deutscher Impressionist zu Gast im Hofgartenschlösschen« teilzunehmen. Der Gartensaal reichte nicht, alle Menschen aufzunehmen, die dabei sein wollten.

Blick in den Gartensaal: Begrüßung der Gäste der Ausstellungseröffnung
durch den Vorsitzenden der Stiftung Schlösschen im Hofgarten,
Oberbürgermeister Stefan Mikulicz. -- Fotos: Friedrich Lehmkühler
Die Ausstellung zeigt bis zum 30. Juni fast 50 Werke Max Slevogts, die sein Schaffen vom Frühwerk bis in die letzten Lebensjahre dokumentieren und seine Entwicklung vom Realismus zum Impressionismus zeigen. Neben Slevogt-Bildern aus der ständigen Ausstellung des Schlösschens werden dazu zahlreiche Leihgaben aus dem Museum Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben/Pfalz präsentiert.

Dr. Sigrun Paas von der Max-Slevogt-Galerie
bei ihrem Eröffnungsvortrag in Wertheim.
Dr. Sigrun Paas von der Max-Slevogt-Galerie der Villa Ludwigshöhe gab den Besuchern der Eröffnungsveranstaltung einen Einblick in Leben und Schaffen des Künstlers, den der Berliner Verleger und Galerist Paul Cassirer 1904 gemeinsam mit Max Liebermann und Lovis Corinth zum »Triumvirat des deutschen Impressionismus« zählte.

Mittwoch, 20. März 2013

Museen an Main und Tauber

Mit einem gemeinsamen Programm werben Museen über Landes- und Landkreisgrenzen hinweg für die Kulturlandschaft an Main und Tauber. Dem Verbund »Museen an Main und Tauber« gehören die hauptamtlich geleiteten Einrichtungen in Wertheim, Miltenberg, Freudenberg/Main, Homburg/Main, Lohr und Bad Mergentheim an. Jetzt stellten die Museen das Jahresprogramm 2013 vor. Geboten werden spannende Ausstellungen und Veranstaltungen zu ganz unterschiedlichen Themen.

Schlösschen im Hofgarten
Die Saison im Museum Schlösschen im Hofgarten beginnt am 23. März mit »Max Slevogt (1868-1932) - ein deutscher Impressionist zu Gast im Hofgartenschlösschen« mit Leihgaben aus dem Museum Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben und Bildern aus dem eigenen Bestand. Im Sommer widmet sich das Museum gemeinsam mit dem Grafschaftsmuseum der Künstlerfamilie Modersohn.

Max Slevogt, Die Tänzerin Marietta di Rigardo, um 1904, Stiftung
Schlösschen im Hofgarten -- Foto: Ringfoto Lutz Wertheim

Grafschaftsmuseum Wertheim
Vom 15. März bis 27. Oktober  zeigt das Grafschaftsmuseum die Ausstellung »Ein fähiger und einfallsreicher Komponist - Johann Wendelin Glaser (1713–1783) und Wertheim im 18. Jahrhundert« aus Anlass des 300. Geburtstages des im 18. Jahrhundert in Wertheim tätigen Kantors und Komponisten. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Programm mit Vorträgen, Konzerten, Kantantengottesdiensten und einem Symposium im Oktober.

Bis Ostern zeigt das Grafschaftsmuseum noch seinen Bestand fränkischer Gemälde von Otto Modersohn und Louise Modersohn-Breling. Danach gehen diese in eine Sonderausstellung nach Feuchtwangen. Ab 20. Juli werden Gemälde von Christian und Ulrich Modersohn zu sehen sein. Parallel dazu gibt es eine neue Otto-Modersohn-Ausstellung im benachbarten Hofgartenschlösschen. Für beide Museen stellt das Modersohn-Museum Fischerhude Leihgaben zur Verfügung.  www.grafschaftsmuseum.de

Glasmuseum Wertheim
Mit einem Tag der offenen Tür beginnt im Wertheimer Glasmuseum am 23. März die Museumssaison. Gleichzeitig wird die Ausstellung »Karfunkelschein« mit Gablonzer Modeschmuck der Firma Prade (1922-1995) aus Schwäbisch Gmünd eröffnet, sie wird bis 3. November zu sehen sein.

Vom 9. Oktober bis 3. November zeigt das Glasmuseum außerdem die Kabinett-Ausstellung »Die Glasperlen der Jacky Teuchert-Rimkus«. Diese Präsentation sowie die Traditionsausstellung zum »Historischen und modernen Christbaumschmuck aus Glas« werden vom 30. November bis 6. Januar 2014 geöffnet sein. www.glasmuseum-wertheim.de

Museen der Stadt Miltenberg
Einer der Mitbegründer des Fränkischen und Deutschen Sängerbundes ist Carl Gerster. Der gebürtige Miltenberger feiert in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag. Dies nimmt das Museum Stadt Miltenberg zum Anlass, ihm eine Sonderausstellung zu widmen. Die Ausstellung, deren Grundstock eine Präsentation des Deutschen Sängermuseums in Feuchtwangen bildet, wird vom 5. April bis zum 2. Juni in Miltenberg zu sehen sein. www.museen-miltenberg.de

Rauch-Museum Freudenberg
Im Herbst zeigt das Rauch-Museum in Freudenberg am Main eine groß angelegte Retrospektive des Deutschen Werkbundes, der 1907 gegründet wurde. Mit dieser und den beiden vorhergegangenen Ausstellungen zum Bauhaus Dessau und zu den Deutschen Werkstätten Hellerau schließt das Rauch-Museum die Reformbewegungen des 20. Jahrhunderts ab. www.rauchmuseum.de

Museum Papiermühle Homburg
Am 30. Juni veranstalten die Museen Papiermühle Homburg am Main und das Grafschaftsmuseum Wertheim eine Tagesexkursion zum Thema »Papier und Schokoriegel«, bei der feinsinnige Genießer auf ihre Kosten kommen. Anmeldungen nehmen das Museum Papiermühle Homburg und das Grafschaftsmuseum Wertheim entgegen.

Vom 10. bis 16. August finden in den Räumen von Schloss Homburg, einem Fachwerkbau aus dem 16. Jahrhundert, und dem Museum Papiermühle, einem Komplex aus dem 17. Jahrhundert, die Kurse der Sommerakademie statt. Das Programm umfasst zwei Themenbereiche: »Papierhandwerk« sowie »Kunst und Musik begegnen und interpretieren«. www.sommerakademiehomburg.de

Spessartmuseum Lohr
Die derzeitige Sonderausstellung mit dem Thema „Wimpel, Wald und Wanderlust – 100 Jahre Spessartbund“, ist in Zusammenarbeit mit dem „Jubilar“ entstanden. Seit seiner Gründung am 26. Januar 1913 förderte der Spessartbund als Zusammenschluss mehrerer Vereine und Verbände nicht nur das Wandern, sondern engagierte sich für die wirtschaftliche Hebung des Spessarts, den Natur- und Landschaftsschutz und das kulturelle Leben. Die Ausstellung zeigt den Weg des Spessartbundes durch die Höhen und Tiefen von 100 Jahren Geschichte und ist noch bis 27. Oktober im Schloss zu Lohr am Main zu sehen. www.spessartmuseum.de

Deutschordensmuseum Bad Mergentheim
Eine große Ausstellung über den doppelt begabten Künstler und Autor Walter Moers (17. März bis 15. September) zeigt derzeit das Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim. Moers' breites Schaffen von der Erfindung des Käpt'n Blaubär über die Comics vom »Kleinen Arschloch« und Comic und Film »Adolf« bis hin zum phantastischen Kontinent »Zamonien« wird dargestellt. Am 16. Juni findet der Schlosserlebnistag für Familien statt, an dem wieder Führungen für Erwachsene und Workshops für Kinder im Halbstundentakt angeboten werden. www.deutschordensmuseum.de

Informationen über den Museumsverbund enthält auch der gemeinsame Prospekt »9 Museen an Main und Tauber«, der bei den Museen und touristischen Einrichtungen ausliegt. www.kultur-an-main-und-tauber.de

Sonntag, 17. März 2013

Museumscafé eröffnet

»Sahnehäubchen« empfängt jetzt seine Gäste.
Nach einem Ende des Winters sah es gar nicht aus, als das Café »Sahnehäubchen« eine Woche vor Frühlingsanfang im ehemaligen Gärtnerhaus des Schlösschens im Hofgarten unter neuer Leitung eröffnete. Draußen im Park und auf den Dächern von Café und Schlösschen lag noch etwas Schnee, als Vertreter der Stiftung und des Förderkreises Schlösschen im Hofgarten Pächterin Ulrike Köhler für den Neustart viel Glück wünschten.

Vertreter von Stiftung und Förderkreis gratulieren Pächterin Ulrike Köhler
(mit Torte) und ihrem Team zum Neustart. - Fotos: Friedrich Lehmkühler

Die dreifarbige, geschichtete »Schlösschentorte« ließen sich anschließend die Vertreter von Stiftung und Förderkreis beim Probesitzen in den renovierten Räumlichkeiten schmecken.

Stiftungsgeschäftsführer Wolfgang Stein, Förderkreisvorsitzender
Heiko Albrecht, Kunstsammler und Vorstandsmitglied Wolfgang
Schuller und Stiftungsvorsitzender Stefan Mikulicz (von links).
Nochmals Winter: Blick vom Café »Sahnehäubchen« auf die
Rückseite des Museums Schlösschen im Hofgarten.