Donnerstag, 1. Oktober 2015

»Die Kruses« in zwei Museen zu Gast

Käthe und Max Kruse, 1903 -- Vorlage: Museen Donauwörth

Das Museum Schlösschen im Hofgarten widmet sich mit seiner eigenen Sammlung den Künstlern der Berliner Secession. Eine neue Sonderausstellung zu diesem Künstlerkreis befasst sich nun mit dem Bildhauer Max Kruse, seiner Familie sowie den befreundeten Künstlern. Zu sehen ist die neue Ausstellung ab 7. November. Die Ausstellung »Die Kruses« ist wegen ihres Umfanges auf zwei Wertheimer Museen, Schlösschen im Hofgarten und Grafschaftsmuseum, aufgeteilt.

Max Kruse und sein Anhang werden im Schlösschen im Hofgarten zu sehen sein, das Grafschaftsmuseum widmet sich Käthe Kruses Puppen und dem Werk ihres jüngsten Sohnes Max, des kürzlich verstorbenen Kinderbuchautors. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Käthe-Kruse-Puppen-Museum Donauwörth.

Stammvater der Künstlerfamilie war der Berliner Bildhauer und Bühnenbildgestalter Max Kruse (1854–1942). Wie sein Bruder Oskar Kruse-Lietzenburg (1847–1919) gehörte er der Künstlervereinigung Berliner Secession an. Aus erster Ehe Max Kruses mit Anna Pavel ging die Tochter Annemarie (1889–1977) hervor, die ihre Ausbildung zur Künstlerin bei Henri Matisse in Paris erhielt. Hier lernte sie ihren späteren Ehemann, den Russen Igor von Jakimow (1885–1962) kennen. Er war Maler und Bildhauer zugleich. Die Söhne der beiden, Erasmus (1918 – 1944) und Igor (1914 - 1944) sowie die Tochter Marina (* 1922) waren ebenfalls künstlerisch aktiv.

In zweiter Ehe heiratete Max Kruse die Schauspielerin Katharina Johanna Simon (1883–1968), die spätere Puppenkönigin Käthe Kruse. Von ihr wird ein großartiges Puppensortiment aus den verschiedensten Schaffensperioden gezeigt. Aus der Verbindung Käthes mit Max Kruse gingen sieben Kinder hervor, die alle in künstlerischen Bereichen tätig werden sollten. Vom jüngsten Sohn, Max Kruse jun. (1921-2015), dem Schöpfer des legendären »Urmel«, werden Bücher und ihre Verfilmungen gezeigt.

Von den zahlreichen Malerfreunden der Kruses präsentiert die Ausstellung Werke von Kollegen der Berliner Secession wie Max Slevogt, Maria Slavona und Sabine Lepsius wie auch der Bildhauer August Gaul, Louis Tuaillon und Renée Sintenis, darüber hinaus Gemälde von Hans Purrmann, dem Leiter der Matisse-Schule in Paris, seiner Frau Mathilde Vollmoeller-Purrmann, Friedrich Ahlers-Hestermann, Adolf Hacker und Ida Gerhardi.

Die Ausstellung wird vom 7. November 2015 bis 28. Februar 2016 zu sehen sein. Ausstellungseröffnung ist am Samstag, 7. November, um 11 Uhr im Gartensaal des Schlösschens im Hofgarten sowie um 14.30 Uhr im Grafschaftsmuseum. Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es unter Telefon +49-9342/301-511.

Für die Ausstellung öffnet das Hofgartenschlösschen erstmals auch im Winter. Die veränderten Öffnungszeiten vom 7. November (Ausstellungseröffnung) bis 28. Februar 2016: Dienstag bis Samstag, 13 bis 17 Uhr, sowie an Sonn- und Feiertagen 12 bis 18 Uhr. Wie auch das Grafschaftsmuseum bleibt das Schlösschen am 24. und 31. Dezember geschlossen.



Max Kruse, Siegerbote von Marathon, 1881, Original in
der Alten Nationalgalerie in Berlin, Kopie im Besitz der
Stiftung Schlösschen im Hofgarten.

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